Start mit Shopify – mit diesem Setup habe ich angefangen

Start mit Shopify – mit diesem Setup habe ich angefangen

Dieser Beitrag ist Teil einer ganzen Reihe zum Thema Webshop mit Shopify. Bitte lies auch noch die Einführung, falls Du es nicht bereits gemacht hast.

Ich will hier in erster Linie auf die folgenden Dinge genauer eingehen:

  1. Wie funktioniert eigentlich Shopify und warum finde ich das Modell so ansprechend?
  2. Was kostet der Spaß und wie setzen sich die Kosten zusammen?
  3. Welches war mein Start-Setup, mit dem ich live ging und was ist meine Erfahrung damit?

Das Modell „Shopify“

Shopify ist ein ganz klassisches SaaS Modell. SaaS steht für Software as a Service und bedeutet soviel wie: Du zahlst Geld dafür, dass Dir eine cloud-basierte Software zur Verfügung gestellt wird. Der Anbieter der Software ist verantwortlich für die Funktionalität der Software und kümmert ich auch um die IT-Infrastruktur. Im Gegensatz dazu zahlt der Nutzer i.d.R. eine Nutzungsgebühr. Wenn Du ganz genau wissen willst, wie man den Begriff definiert, ist hier der Link zu Wikipedia.

Auslagern der IT

Ich hatte es bereits in der Einführung angesprochen: Für mich persönlich war es extrem wichtig, einen Shopanbieter zu wählen, der nach diesem Modell agiert. Ich halte mich selbst IT technisch nicht für komplett unbegabt und habe bereits einige Webseiten und andere kleine Projekte erstellt. Ich weiß aber – vielleicht auch gerade deshalb – dass die Betreuung einer Website sehr zeitaufwändig sein kann.

Mal als Beispiel: Dieser Blog läuft auf WordPress, kein SaaS. WordPress ist kinderleicht zu installieren und mit Leben zu füllen. Sobald man aber mehr will als Standard, musst Du diese Funktionen selbst erstellen oder Plug-Ins nutzen. Dabei musst Du auf Kompatibilität von WordPress und der Plug-Ins achten. Wenn auf der einen Seite ein Update verfügbar ist, musst Du prüfen, ob nach dem Update noch alles zusammenpasst. Wenn Du mal einen Fehler machst und Deine Seite auf einmal nicht mehr erreichbar ist, liegt es an Dir, das wieder in Ordnung zu bringen. Und so zieht sich das durch. Alles lösbare Probleme, aber eben zeit- und nervenraubend.

Beim Webshop hatte ich mir deshalb fest vorgenommen, ein SaaS Modell zu nutzen.

Der große Vorteil: Andere kümmern sich um die IT, ich kümmere mich um die Optimierung des Shops!

Der offensichtliche Nachteil: Dieser Service kostet natürlich. D.h. diese Dienstleistung ist im Preis genauso enthalten, wie die reinen Kosten für die Software. Bei Shopify gibt es deshalb monatliche Kosten, die bei Dir als Fixkosten aufschlagen.

Derzeit gibt es die Tarife Basic Shopify, Shopify und Advanced Shopify. Für sehr große Unternehmen, gibt es noch weitere, individuelle Tarife. Neben den unten stehenden Merkmalen unterscheiden sich sie drei Tarife auch noch in den variablen Kosten, die durch die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten deiner Kunden entstehen. (Dazu aber mehr in einem gesonderten Beitrag)

Die aktuelle Übersicht und derzeitigen Preise findest Du hier.

Ich habe die 14 Tage kostenlose Testphase ausgiebig genutzt und danach den Basic Tarif gewählt. Für mich reicht das allemal. Und ich würde Dir das gleiche empfehlen, wenn die Webshop Sache Neuland für Dich ist!

Support, Community und Apps

Sehr guter Support

Im letzten Beitrag habe ich dieses Thema bereits erwähnt. Guter Support und / oder eine gute, aktive Community ist für mich sehr wichtig. Bestimmt kennst Du die Situation, dass etwas bei einer Software nicht korrekt läuft. Vor allem dann, wenn es eine Shop ist und somit Umsatzverluste drohen, ist es besonders wichtig, schnell Antworten für die aufgetretenen Fragen und Probleme zu finden. Wenn so eine Situation zu „normalen“ Arbeitszeiten entsteht, dann hilft der Support. Ich persönlich bevorzuge einen Chat.

Meine Erfahrung mit dem Supportchat ist, dass Du schnell und kompetent geholfen bekommst. Auch wichtig: Ich fühlte mich während des Chats die ganze Zeit ernst genommen und wertgeschätzt. Das mögen Kleinigkeiten sein, aber das macht den Unterschied.

Außerdem steht hinter Shopify eine große und aktive User-Gemeinde und viele praktische Tutorials. Wenn Du also die oben genannten Probleme außerhalb der Geschäftszeiten hast, lassen sie sich trotzdem recht schnell durch Eigenrecherche in Userbeiträgen lösen. Für mich ist das super, da ich meistens spät Abends am arbeiten für den Shop bin.

Apps

Unter Apps verstehen wir Erweiterungen zur Standard Shopify Installation. Die Apps funktionieren wie Add-ons oder Plugins, manche sind kostenlos nutzbar, andere sind kostenpflichtig über eine Einmalzahlung oder monatliche Gebühren.

Der Vorteil von diesen Apps ist es, dass Du Deine Standard Shopify Installation sehr einfach, um nützliche Funktionen erweitern kannst.

Hierzu gibt es einen eigenen App-Store, in dem Du durch alle angebotenen Apps stöbern kannst. Wie Du im folgenden Screenshot sehen kannst, ist jede erdenkliche Kategorie abgedeckt. Es lohnt isch, hier Zeit in die Recherche zu stecken, und neue Apps zu entdecken.

Du kannst neue Apps ganz einfach ausprobieren und bei Nichtgefallen wieder deaktivieren.

Themes

Um das grundlegende Design Deines Shops festzulegen, musst Du Dich für ein Theme entscheiden. Das Theme bestimmt z.B. wie Deine Landingpage und Deine Produktdetailseiten aussehen, d.h. wie die einzelnen Elemente angeordnet sind. Somit wird durch das Theme auch die Navigation durch Deinen Shop beeinflusst. Auch hier gibt es wieder gefühlt unendlich viel Auswahl. Im Gegensatz zu den Apps, ist es aber deutlich aufwendiger, ein neues Theme zu testen. Jedes Theme muss nach der Aktivierung neu gestaltet werden. Gerade wenn Du mit einem Theme bereits live bist und Traffic in Deinem Shop ist, finde ich es nicht ratsam im lebenden System zu arbeiten.

Die Entscheidung für ein Theme sollte also möglichst am Anfang getroffen werden, bevor Du Traffic auf den Shop bringst.

Es gibt kostenlose Themes und kostenpflichtige. Diese gehen in der Regel bei etwa 160 USD los. Zum entsprechenden Shop geht es über diesen Link.

So habe ich angefangen

Theme

Ich habe verschiedene kostenlose Themes direkt am Anfang ausprobiert und bin bei „Narrative“ hängen geblieben. Das Design hat mir deshalb gut gefallen, weil es für wenige Produkte ausgelegt ist. Von der Navigation her, geht es sehr straight auf die Produktdetailseiten, ohne den Umweg über Kategorien.

Mit Klick auf das Bild kannst Du Dir ein Demo eines Shops mit dem Narrative Theme ansehen.

Apps

Hier siehst Du die Apps, die ich aktuell im Einsatz habe:

Essentiell sind dabei die DHL App, Billbee und Facebook Marketing. Ohne diese Apps würde der Shop nicht wirklich laufen.

Die Facebook App unterstützt bei der Schaltung und Auswertung von Facebook Ads. Somit kann ich sehen, was mich die Werbung pro Verkauf kostet.

Mit der DHL App kann ich direkt in Shopify das Label für den Versand drucken. Die Adressdaten werden bei jeder Bestellung direkt in die App übernommen. Das spart enorm viel Zeit bei der Versandvorbereitung.

Die Billbee App läuft unauffällig im Hintergrund und sorgt dafür, dass jeder Kunde direkt eine Rechnung per Mail zugestellt bekommt. Ohne diesen Service, hätte ich deutlich mehr administrativen Aufwand.

Sehr wichtig sind auch die beiden Apps Upsell X und Booster Pro. Das sind beides Marketing Apps, die die Conversationrate und den durchschnittlichen Warenkorbwert erhöhen. Hierzu wird es noch einen ausführlichen Bericht geben.

Product Reviews geht das beliebte Thema Produktbewertungen an. Diese App habe ich bisher nicht eingerichtet. Auch die App für Google Shopping nutze ich derzeit noch nicht.

Easy GDPR + Cookie Bar erfüllt die Anforderungen der DSGVO und ist somit reines Pflichtprogramm.

Wie schon oben erwähnt, ist es sehr einfach neue Apps zu testen. Du solltest allerdings die Pagespeed Deines Shops im Auge behalten, wenn Du sehr viele Apps in Benutzung hast.

Kosten

Die Kosten zum Betreiben des Shops sind Fixkosten. D.h. sie fallen an, unabhängig von der Menge der verkauften Produkte. Um Deinen Shopify Shop zu führen, sind die Kosten überschaubar.

Ich zahle derzeit monatlich 29 USD für den Basic Tarif, 29,90 USD für Upsell X und 6,92 USD für Booster Pro. In Summe sind das 65,82 USD. Die Kosten für die Apps wirken zunächst recht hoch. Glücklicherweise haben die Apps aber ein integriertes Analysetool, mit dem Du die dadurch entstandenen Umsätze zuordnen kannst. Fazit bei mir: Es lohnt sich.

Variable Kosten, Unterschied zu FBA, Potentiale

Im nächsten Beitrag geht es um die Themen Variable Kosten, Kostenunterschied zu FBA und mögliche Potentiale bezüglich der variablen Kosten.

11 Comments

  1. Vielen Dank für deinen Beitrag.
    Ich finde das Thema sehr interessant zu sehen wie das Thema von dir mit Shopify angegangen wird. Ich nutze z.b.seit Jahren den JTL Shop und kann bereits viele parallelen entdecken. Ich bin schon gespannt wie es bei dir weitergeht.

  2. Anouar

    Hi Daniel,
    vielen Dank für den Blogartikel, ich finde den Inhalt sehr informativ.
    Ich bin ein FBAler und was mich vor einem eigenen Webshop abschreckt ist das DSGVO und genauer gesagt, die DSGVO konforme Speicherung/ Umgang mit den Kundendaten.
    Wer ist für dieses Thema verantwortlich Shopify oder der Nutzer?
    Viele Grüße,

    • Hi Anouar,
      danke für Deinen Kommentar.
      Shopify ist dafür nicht verantwortlich, sondern immer der Shopbetreiber, also Du.
      Allerdings werden die Kundendaten in der Tat auf den Servern von Shopify gespeichert. Entsprechend musst du das in Deiner Datenschutzerklärung auch beschreiben.
      Beste Grüße,
      Daniel

  3. Florian

    Hi Daniel,

    vielen lieben Dank für diesen sehr informativen Beitrag. Folgende Fragen sind bei mir aufgekommen:

    – Easy GDPR + Cookie Bar: Was genau macht diese App?
    – Billbee: Ist diese App kostenlos?
    – Community: Auf welchem Kanal finde ich die Shopify Community? (FB, YT, Foren…?!)

    Vielen Dank schon mal!

    LG Florian

    • Hi Florian,
      Danke für Deinen Kommentar!
      Easy GDPR verwaltet Anfragen von Kunden zu ihren personenbezogenen Daten. Falls Deine Kunden sie löschen, editieren oder sehen wollen, managed das diese App.
      Billbee ist nicht kostenlos, die App allerdings schon. Du zahlst bei Billbee pro ausgestellter Rechnung einen Cent-Betrag
      Was die Community angeht, so suche ich immer in Google und lande dann meistens in einem Forum von Shopify. Auf YT findest Du aber auch viele Videos.

      Beste Grüße,
      Daniel

  4. Andre Neumann

    Hallo Daniel,
    wieso DHL? Machst Du nicht Dropshipping?
    Und hast Du Erfahrung mit AliExpress-Dropshipping? Dauert es da für den Kunden der Versand 21 – 45 Versandtage, bis die Ware beim Kunden ankommt?

    Danke im Voraus

    Andre

    • Hi Andre,

      nein, ich mache kein Dropshipping und habe auch überhaupt keine Erfahrung damit, sorry.

      Beste Grüße,
      Daniel

  5. Camilla

    Hallo Daniel,
    der Artikel ist nun schon 1 Jahr her, aber ich versuche trotzdem mal eien Frage zu stellen:
    Ich versuche mich jetzt auch mit shopify udn bin noch in der Testphase.
    Was genau passiert, wenn ich bis zum Ablauf des Testes keinen Plan auswähle? Ich bin erstmal für ein paar Wochen weg und wollte deswegen den Plan erst danach auswählen, weil ich in der Zeit eh nichts daran arbeiten kann.
    Ich kann im Hilfe Center leider keine konkrete Antwort finde, was wirklich genau passiert wenn der Test abläuft.
    Wird mein angefangener Onlineshop gelöscht, oder wird es irgendwie für eine gewisse Zeitlang gespeichert, so dass ich nach 4 Wochen nach Ablauf des Testes damit weitermachen kann?
    Freue mich auf eine Antwort, danke im Voraus 🙂
    Camilla

    • Hi Camilla,

      Soweit ich weiß ist das kein Problem. Du kannst als Plan auch auswählen, dass Du den Shop pausieren willst. Dann hast Du keine Kosten, kannst aber auch den Shop in dieser Zeit nicht nutzen. Oder es gibt eine Plan „Pause & Build“, der kostet 9USD und du kannst den Shop weiter entwickeln, aber eben nichts verkaufen.

  6. Janina

    Hi Daniel,
    toller Artikel – vielen Dank. Wir setzen gerade unseren ersten Shop auf und ich beschäftige mich mit unterschiedlichen Apps. Billbee ist schon gesetzt, aber ich hardere noch mit Lexware/sevDesk als Buchhaltungssoftware. Ich gehe aktuell von 50 Verkäufen / Monat für dieses Jahr aus.

    Meine Frage dazu lautet: MUSS ich ein Buchhaltungssoftware zum Betreiben eines Shops haben? Ich finde dazu nichts Hilfreiches. Alle empfehlen Lexware oder sevDesk zu nutzen, aber keiner erklärt, wie Shopify das ohne Softwareanbindung handhabt. Oder mach ich einen Denkfehler?

    Danke für deine Einschätzung!
    Janina

    • Hi Janina,
      danke für deinen Kommentar und sorry für die super späte Antwort.
      Meiner Meinung nach brauchst Du eine Buchhaltungssoftware, wenn Du einen Shop betreiben willst. Das Ganze muss ja nicht voll integriert sein, aber Du musst ja am Ende eine Steuerklärung abgeben, Vorsteuer zahlen usw. Ohne Software wird das schwierig. Ich selbst mache das seit eh und je mit WISO EÜR. Ist leider sehr manuell, aber so habe ich auch alles im Blick.
      Beste Grüße,
      Daniel

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