Shopify

Amazon FBA ist tot – lang lebe der eigene Webshop

Jul 12, 2019

Entschuldige den reißerischen Titel 🙂 Aber das musste einfach sein. Tatsächlich sehe ich nach wie vor viel Potential in Amazon FBA. Und gerade für Einsteiger ins eCommerce bietet dieser Weg tolle Chancen. Ich führe mein FBA Business im Übrigen auch weiterhin, aber es ist nicht mehr das, was mir am meisten Spaß macht. Deshalb startete ich mit meinem eigenen Shopify Webshop.

Ein eigener Webshop – mein neues Projekt

Seit ca. 3 Monaten ist mein eigener Webshop online und bringt schon sehr erfreuliche Umsätze und sogar Gewinne rein. Aber noch viel besser: Es macht wieder extrem viel Spaß, sich mit den „alten“ Produkten zu beschäftigen. Und auch an euch habe ich gedacht. Denn ich werde wieder viel neue Erfahrungen sammeln, über die ich hier berichten kann und will.

Hier im ersten Beitrag zum Webshop gehe ich noch nicht so sehr ins Detail. Vielmehr will ich Dich abholen und mein aktuelles Setup und meine Gedanken dazu mit Dir teilen. D.h. Du erfährst hier, welches System ich nutze und warum; welche Konsequenzen ein Webshop auf meinen Alltag hat und wie ich mir die Zukunft mit dem Webshop vorstelle.

Fangen wir also an…

Wozu ein eigener Webshop?

Das hat für mich vielerlei Gründe. Los geht es damit, dass ich experimentierfreudig bin und es regelmäßig in meinen Fingern kribbelt, etwas neues anzufangen. tatsächlich war das der ausschlaggebende Grund, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Doch natürlich gibt es auch rationale Gründe dafür:

  • ein neuer Absatzkanal
  • deutlich mehr Gestaltungsfreiraum
  • Absetzen vom Wettbewerb
  • teilweise geringere Kosten bzw. bessere Margen

Ich denke, die Stichpunkte sind weitestgehend selbsterklärend. Trotzdem will ich sie noch kurz kommentieren. Jedes Produkt, das ich mehr verkaufen kann, macht meine Marke bekannter und spielt idealerweise auch mehr Geld in meine Taschen. Durch einen weiteren Absatzkanal, neben Amazon, öffnest Du die Tür für deutlich mehr Sales.

Im eigenen Webshop hast Du die komplette Freiheit. Du kannst die Produkte so kurz oder lange beschreiben wie Du möchtest, die Fotos verwenden, die Dir gefallen, mit den Preisen spielen, Follow-up E-Mails schreiben und noch tausende andere Möglichkeiten nutzen. Das ist super, aber auch anspruchsvoll und mit Risiken verbunden.

Auf Amazon hast Du wenig Möglichkeiten, Dich vom Wettbewerb abzusetzen. Die Kunden sind schnell abgelenkt von anderen Angeboten. Wenn der USP Deines Produktes nicht klar hervorgeht, oder Du eine Spitzenplatzierung in den Suchergebnissen hast, gewinnt meistens der Preis. Im Webshop gibt es nur Deine Produkte…

Wenn Du eine clevere Strategie gefunden hast, Traffic auf Deinen Shop zu bringen, hast Du höchstwahrscheinlich geringere variable Kosten als bei Amazon. Die größten Hebel: keine 15% Verkäufergebühr. Keine doppelte FBA-Gebühr, wenn Du bspw. 2 Artikel an einen Kunden verkaufst. Darauf gehe ich aber ein einem separaten Artikel später genauer ein.

Shopify – meine erste Wahl

Ich habe mich sehr schnell für Shopify entschieden und bin damit super zufrieden! Bei der Wahl meines Shop-Systems waren vor allem die folgenden zwei Dinge sehr entscheidend:

  1. es muss bekannt und weit verbreitet sein, und eine breite Community besitzen, von der ich lernen kann
  2. es muss ein Baukasten SaaS sein (Software as a Service). Ich brauche ein System, das ich als Laie bedienen kann und verlässlich funktioniert.

Die Kosten für das System waren und sind mir hierbei zunächst zweitrangig. Klar ist es auf Dauer teurer, wenn ich Software „miete“. Der Vorteil ist aber, dass der Anbieter, in meinem Fall Shopify, verantwortlich dafür ist, dass alles läuft. Und das ist gut so. Denn ich will Produkte verkaufen, keinen Webshop entwickeln.

Die starke Community ist mir auch sehr wichtig. Denn das habe ich aus dem FBA Umfeld gelernt: Mit einer starken Community löst man jedes Problem und lernt enorm schnell und viel. Bei Shopify ist das genauso. Insbesondere die unzähligen Add-Ons, die den Standard-Shop bereichern, machen das Gesamtangebot sehr attraktiv.

Tatsächlich habe ich mir auch nicht wirklich Alternativen angeschaut, da sie durch meinen Filter gefallen sind. Wenn Du welche hast, würde ich mich über deine Info in den Kommentaren freuen.

Was bedeutet der Shop für mich?

Viel Arbeit 🙂

Aber das will ich Dir natürlich auch genauer erklären 🙂 Wie das mit neuen Dingen so ist, muss man zunächst einmal Wissen anhäufen um zu verstehen, wie sie eigentlich funktionieren. Dazu kannst entweder die Anleitung lesen, Tutorials anschauen oder selbst ausprobieren. Ich bin ein großer Fan von Variante 3, da ich der Meinung bin, dass diese am nachhaltigsten ist.

Die Installation von Shopify ist kinderleicht. Auch die Ersteinrichtung geht schnell und einfach. Zusätzlich bietet Shopify auch zahlreiche Videos dazu an. Du brauchst also keine teuren Kurse 🙂

Doch wenn der Shop steht, geht es los mit den Details: Welches Design passt gut, welche Zahlungsanbieter kommen rein, wie bekommt der Kunde seine Rechnung, wie wird Deine Marke präsentiert, wird der Warenkorb Button rot oder grün oder blau, usw. Das dauert und ist ein nie endender Prozess. Und dann gibt es da noch eine wichtige Sache: Das Fulfillment!

Waren versenden

Produkte verkaufen ist ja prima. Doch die Kunden wollen sie dann auch tatsächlich haben. Bei mir habe ich das so gelöst, dass ich wirklich selbst alles verpacke und mit DHL versende. Und das ist sehr zeitraubend und lästig. Gleich vorneweg: Diese Zustand muss sich ändern! Derzeit ist das ein notwendiges Übel, das ich in der Test- und Experimentierphase in Kauf nehme. Auf Dauer will ich aber nicht täglich mit Paketen zu tun haben.

Auch räumlich musste ich ein paar Anpassungen vornehmen. In meinem Arbeitszimmer gibt es nun viele Regale und einen Packtisch. Dank meiner lieben Frau sieht es aber trotzdem noch sehr wohnlich aus 🙂

Das eigenständige Versenden hat natürlich auch Vorteile: Ich kann alles mit in die Pakete legen, worauf ich Lust habe. Kleine Aufmerksamkeiten, Gutscheine, Referenzen zu unserer Marke usw. Von den Kunden wird das super angenommen!

So geht es weiter

Im Moment warte ich auf eine neue Bestellung, mit der unsere Marke nochmal sehr viel breiter aufgestellt sein wird. Ich kann jetzt auch Produkte mit aufnehmen, die sich auf Amazon nicht lohnen würden. Wenn diese eingetroffen sind, muss ich das Fulfillment automatisieren bzw. extern erledigen lassen.

Ein weiteres, großes Thema ist der Traffic. Auf Amazon gibt es den endlos. Im Webshop musst Du selbst für Besucher sorgen. Bisher geht das nur über bezahlte Werbung. Hier brauche ich neue Kanäle, die ich mit der Zeit aufbauen werde.

Auf der weiteren Reise werden sich auch neue Themen ergeben, an die ich vielleicht noch gar nicht gedacht habe.

Eines ist sicher: Ich berichte Dir davon! Bitte gib‘ mir doch kurz in den Kommentaren Bescheid, ob das Thema Shopify für Dich interessant ist und Du mehr dazu lesen willst. Vielen Dank!

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16 Comments

  • Reply Hans 13. Juli 2019 at 10:14

    Moin Daniel,
    das Thema ist auf jeden Fall interessant! Jeder FBA-Händler mit einigermaßen Erfolg muss über das Thema nachdenken. Tun wir aktuell auch, aber wissen nicht so ganz, wie wir den zusätzlichen Aufwand bewältigen wollen. Ich bin gespannt auf die weiteren Berichte! 🙂

    • Reply Daniel Wiegand 13. Juli 2019 at 11:45

      Hi Hans,
      ja, so sehe ich das auch. Darüber nachdenken ist Pflicht 🙂
      Der Aufwand ist gegenüber FBA schon deutlich größer. Doch ich denke, dass sich auch hier viel vereinfachen oder extern verlagern lässt.
      Ich teste und berichte.

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Bernhard Rauscher 13. Juli 2019 at 10:22

    Sehr interessant!
    Ich bin auf Zahlen gespannt. Nicht absolut, sondern relativ: CR, rentiert sich die Werbung bereits beim ersten Kauf? Warenkorbgrößen etc.
    Danke schon einmal!

    • Reply Daniel Wiegand 13. Juli 2019 at 11:44

      Hi Bernhard,

      schön, dass Du mitliest!
      Dein Brand Building Kurs war auch nicht ganz unbeteiligt bei meinen Weg zum Shop. Das hängt ja auch enorm stark zusammen und die Möglichkeiten, die man mit eigenem Shop zur Markendarstellung hat, machen wirklich Spaß. Vielleicht kann ich Dich ja für einen Gastartikel zu genau diesem Thema gewinnen?

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Torsten 13. Juli 2019 at 12:03

    Hallo Daniel,
    ich bin ein großer Fan von Dir! Als ich noch am Überlegen war, ob Amazon das richtige für mich ist, haben Deine Beiträge mit dazu beigetragen, mich dafür zu entscheiden. Und ich habe Deine Produkte gekauft, die mir auch heute noch das Leben erleichtern.
    Deshalb; ich bin dabei 🙂 Auch ich denke seit längerer Zeit nach, einen eigenen Shop aufzubauen. Allerdings schwanke ich noch zwischen Dropshipping und selbst lagern und versenden. Letzteres hat einen höheren Kapitaleinsatz, ersteres juristische Unsicherheiten. Da bin ich noch nicht durch. Wenn Du dazu eine Meinung hast, würde ich mich freuen, davon zu erfahren.
    Ansonsten wäre es toll, wenn wir gemeinsam wachsen. ich habe mir (für teuer Geld) ein paar gute Domains gekauft, mit denen ich Shops (Plural) bauen will. Mit einem fange ich an, dann soll das Geschäft wachsen. Ich denke, dass ich gezielter Traffic/Kunden auf die Shops lenken kann, wenn ich die Warengruppen divesifiziere und auf mehrere Shops verteile. Was hälst Du davon?
    In diesem Sinne, auf ein Neues!
    Viele Grüße aus Dresden,
    Torsten

    • Reply Daniel Wiegand 13. Juli 2019 at 12:12

      Hi Torsten,
      danke für Dein Feedback und schön, dass Du schon so lange mit dabei bist!
      Mit Dropshipping kenne ich mich leider gar nicht aus. Ich höre immer wieder, dass es zoll-technisch nicht ganz ohne ist. Aber ich will hier auch nichts Falsches erzählen 😉
      Ich bin ganz bei Dir, was die Trennung der Produkte angeht. Wenn jemand einen Gemischtwarenladen sucht, geht er auf Amazon. Im eigenen Shop sollte Deine Marke dominieren und eine bestimmte Zielgruppe angesprochen werden.
      Ich würde zunächst mal mit einem Shop anfangen und nicht gleich alle auf einmal eröffnen!

      Lass uns gemeinsam wachsen!

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Lila Lotte 13. Juli 2019 at 15:08

    Hi Daniel,
    ja, mich hat der Titel wirklich neugierig gemacht, ich habe schon etliche Shopsyteme ausprobiert, aber irgendwie, war nicht das richtige dabei, meist, fehlt es mir an der Zeit, ihn fertig aufzubauen, ich bleibe immer wieder in der Aufbauphase stecken. Kunden bleiben aus, dann ist meine Lust dahin und ich stürze mich wieder komplett in den Amazon Verkauf, dabei weiß man ja, dass ein weiteres Standbein besser wäre. Ich werde mich jetzt mal von dir mitreißen lassen und hoffe man wächst gemeinsam. Beste Grüße Conny!

    • Reply Daniel Wiegand 14. Juli 2019 at 13:17

      Hi Conny,
      Danke für Dein Feedback.
      Ich freue mich auf die gemeinsame Reise!
      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Bernd Arnholdt 13. Juli 2019 at 19:07

    Ich habe die Seite interessiert gelesen und warte wo die Reise hingeht, bin sehr gespannt.

    • Reply Daniel Wiegand 14. Juli 2019 at 13:18

      Hi Bernd,
      Ich bin auch gespannt 😉
      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Horst 13. Juli 2019 at 21:04

    Hey Daniel,
    Definitiv Interessant. Wir sind auch gerade im Aufbau eines Shopify Shops. Sind auf deine Beiträge gespannt.
    Grüße Horst

    • Reply Daniel Wiegand 14. Juli 2019 at 13:18

      Hi Horst,
      Danke Dir!
      Ich werde mir Mühe geben, alles so gut wie möglich zu beschreiben.
      Bestimmt werde ich dabei auch von anderen lernen.

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Edgar 13. Juli 2019 at 22:02

    Hi Daniel,

    ich finde cool das du jetzt einen eigenen Webshop hast.

    Für mich ist gerade Amazon ein großes Abenteuer auf das ich mich freue.

    Natürlich sind in Folge eine eigene Marke und ein eigener Webshop die nächsten Schritte die ich jedenfalls fix eingeplant habe.

    Deshalb bin ich schon auf deine weitere Erfahrung sehr gespannt, um später schon eine Idee zu haben ob Shopify auch für mich in Frage kommen wird.

    Weiterhin volle Kraft voraus mit deinem eigenen Webshop.

    Herzliche Grüße
    Edgar

    • Reply Daniel Wiegand 14. Juli 2019 at 13:19

      Hi Edgar,

      danke für Dein Feedback.
      „Abenteuer“ beschreibt ein FBA Business wohl ganz gut 🙂
      Viel Erfolg dabei!

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Simon 14. Juli 2019 at 10:50

    Hallo Daniel,
    schön das du optimierst 🙂 Wir waren ja zuerst online und dann erst Amazonis.
    Eine Wawi die beides ansteuert wäre da sicherlich noch ein Thema, dann auch die Steuerdgrundlagen wenn du Umsätze im EU Ausland generierst, die müssen zu deinen PAN EU Umsätzen dazu, wenn du PAN EU machst, das sind am Anfang enorme Kosten, du musst ein neues Tool nutzen das die AMZ Umsätze und deine Shopumsätze zusammenführt und dann anmeldet an die jeweiligen Länder….. so geht eins zum anderen. Wegen Fulfilment, meld dich bei mir wenn du Untesrtützung benötigst, können wir für dich abwickeln, gerne auch mal 4 Wochen testen um die Kosten abzuschätzen 🙂 BG Simon

    • Reply Daniel Wiegand 14. Juli 2019 at 13:23

      Hi Simon,
      Ohje…
      Ich freue mich schon darauf 🙂 Im Moment bin ich mit dem Shop nur in DE unterwegs. Aber Du hast natürlich Recht. Je mehr das Ganze wächst, desto komplexer wird es und desto eher muss der Unterbau stimmen. Ich werde an Dich denken.

      Wenn ihr Fulfillment macht, lass uns gerne austauschen. Ich will das so schnell wie möglich gelöst haben und etwa ab September / Oktober nicht mehr selbst packen und verschicken.

      Beste Grüße,
      Daniel

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