Amazon FBA , Produktrecherche

Produktfindung – Wie Du Dein Private Label Produkt findest

Jun 21, 2016

Dieser Beitrag wird dir bei der Produktfindung helfen! Du bist ebenfalls im Amazon FBA Fieber? Du hast dir bereits viele Podcasts dazu angehört und etliche Stunden in Foren und Facebook Gruppen verbracht? Eigentlich willst du sofort durchstarten, aber eines fehlt Dir noch: Das perfekte Produkt!

Dann bist du hier richtig und solltest diesen Artikel unbedingt aufmerksam und mit Zettel und Stift bewaffnet, lesen!

Das wichtigste will ich dir gleich am Anfang verraten:

Es gibt nicht DAS perfekte Produkt!

Deswegen, hör auf danach zu suchen! Es wird immer wieder Argumente für und gegen ein bestimmtes Produkt geben. Verschwende nicht deine Zeit, sondern konzentriere dich darauf, ein sehr gutes Produkt zu finden, mit dem du dich identifizieren kannst. Was ich damit meine? Das erfährst du weiter unten!

Private Label

Zunächst sollten wir noch einen wichtigen Begriff weiter erläutern: Private Label. Sicher hast du diesen Ausdruck bereits mehrfach gehört. Kennst du aber auch die Vorteile, die er mit sich bringt?

Definition:

Private Label ist die englische Bezeichnung für das bekannte deutsche Wort Handelsmarken – eigens für Händler hergestellte und mit einem eigenen Markennamen versehene Produkte

Als weiterer Aspekt ist im gängigen Amazon FBA Model unbedingt noch anzufügen, dass der Händler, also du, das Produkt positiv verändert bzw. weiterentwickelt, um dem Marktbedarf gerecht zu werden.

Hier ein konkretes Beispiel:

Du hast dir überlegt, mit dem Verkauf von Frühstücksboxen (= Produkt) für Kinder Geld zu verdienen. Bei deinen Marktrecherchen fällt dir auf, dass die gängigen Boxen nur ein einziges Fach anbieten. Da du aber auf eine gesunde Ernährung deiner Kinder achtest, möchtest du neben dem Brot auch mehrere Sorten Gemüse und Obst mit in die Schule geben. Hierzu wäre es doch super, wenn die Frühstücksbox mehrere Fächer besitzt (= verbessertes Produkt). Du denkst dir, dass auch andere Eltern das toll finden würden (= Marktbedarf) und dein Produkt einen reißenden Absatz finden wird. Folglich suchst du einen Produzenten, der die Box nach deinen Vorstellungen anfertigt und außerdem dein Logo (= Marke) darauf platziert.

Lunchbox private label

Soweit zur Begriffsdefinition.

Wenn Du Anregungen brauchst, wie du überragende Produkte gestaltest, solltest du mal in das Buch „Hooked: Wie Sie Produkte erschaffen, die süchtig machen“ werfen!

Ebenfalls super empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist das Buch „Launch: So starten Sie mit Ihrer Geschäftsidee online durch„.

Welche Vorteile bringt dieses Konzept nun mit sich?

Mit einem Private Label Produkt erschaffst du ein Produkt, das in identischer Ausführung nur von dir angeboten wird. Selbst dann, wenn deine einzige Anpassung dein Logo ist, das auf dem Produkt platziert wird. Schaffst Du außerdem noch einen USP (Unique Selling Point), also die angesprochene Verbesserung des Produktes, dann ist das dein Alleinstellungsmerkmal, das deine Kunden nur bei dir bekommen. Sie werden dein Produkt nicht nur deshalb kaufen, weil es das günstigste ist, sondern weil es besser ist oder eine bestimmte Eigenschaft besitzt, welche sie nur bei deinem Produkt erhalten.

In Amazon schafft dir das den gewaltigen Vorteil, dass du nicht mit anderen Händlern kontinuierlich um die Buy Box kämpfen musst, d.h. du bist nicht einem ständigen Preiskampf ausgesetzt. Du besitzt in Amazon ein eigenes Listing, das du optimieren und über PPC Kampagnen bewerben kannst.

Für mich sind das die beiden „Todschlag-Argumente“, die das Amazon FBA Modell so interessant machen.

Produktfindung – Getting started

Ich habe mein Produkt bereits gefunden. Wie ich das angestellt habe, kannst du hier nachlesen.

Die 3 Phasen der Produktfindung

Den gesamten Prozess teile ich in drei Phasen auf:

  1. Beobachten und Sammeln
  2. Filtern
  3. Prüfen und Rechnen
Schaubild Produktfindung

Schaubild Produktfindung


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Phase 1 – Beobachten und Sammeln

In dieser ersten Phase gehe ich mit geöffneten Augen durch die Welt und suche nach Verbesserungspotenzialen. Ich beobachte mein Umfeld, höre bewusst meinen Mitmenschen zu, über welche Produkte und Probleme sie reden. Oder ich schaue mir aktuelle Prospekte oder Werbespots an. Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere Möglichkeiten an Ideen zu kommen. Schau dich einfach mal um. Du wirst schnell merken, dass du dir bald ein gewisses Gespür für in Frage kommende Produkte aneignest. Alle Produkte, die ich interessant finde, schreibe ich mir zunächst ungefiltert auf. Entweder direkt in mein Notizbuch oder in die Notizen-App von iOS. So kommt sehr schnell einiges an Ideen zusammen.

Diese Phase sollte nicht zu lange dauern, da du ja durchstarten und schnell ins Handeln kommen willst. Ich hatte mir dafür lediglich 48 Stunden Zeit genommen.

Phase 2 – Filtern

Aus Phase 1 hast du jetzt viele unsortierte und ungefilterte Produktideen notiert. Natürlich kannst du nicht alles umsetzen, sondern musst dich am Ende zunächst für ein einziges Produkt entscheiden. Um zu filtern, stelle dir immer folgende 3 Fragen:

  1. Welches Produkt benutzt Du selbst regelmäßig im Alltag, im Beruf, beim Hobby usw?
  2. Welche Eigenschaft dieses Produktes stört Dich, ist noch ausbaufähig, könnte man schöner oder besser machen?
  3. Hätten auch andere Menschen einen Nutzen an deiner geplanten Produktanpassung?

Du solltest meines Erachtens jede Frage mit einem „JA!“ beantworten können. Nur dann wirst du lange und nachhaltig Spaß und Erfolg an deinem Produkt haben. Identifiziere dich mit deinem Produkt! Hier gibt es ein cooles Zitat von Matthew Mockridge, das prima dazu passt: If it’s not a HELL YES! It’s a NO!“ (Buchtipp: Matthew Mockrige – Dein nächstes großes Ding)

Phase 3 – Prüfen und Rechnen

Wenn es dein Produkt durch den Filter geschafft hat, geht es nun ans Eingemachte. Du musst es auf verschiedene Formalkriterien hin prüfen. Ich hatte bei meiner Produktsuche die Liste von privatelabeljourney heruntergeladen. Bei dieser Liste sind verschiedene Fragen zum Produkt zu beantworten und bei Übereinstimmung gibt es Punkte. Sind am Ende ausreichend viele Punkte erreicht, so gilt das Produkt als „tauglich“. Für den Einstieg war die Liste ganz gut. Heute sehe ich das etwas anders. Zuerst müssen die Produkte durch den „Filter“, also Phase 2. Danach müssen einige wichtige Punkte geprüft werden, nämlich:

  • der Bestseller-Rank und damit die Anzahl der täglichen Verkäufe
  • das Marktumfeld, insbesondere die Listings der Konkurrenz

Diese beiden Punkte musst du unbedingt analysieren. Das tollste Produkt wird dir keine Freude machen, wenn insgesamt auf Amazon nur 2 Stück pro Tag verkauft werden. Ebenso wird es dein Produkt schwer haben, wenn eine übermächtige Konkurrenz mitspielt.

Dieses Thema ist wirklich sehr komplex. Hannes von Privatelabeltagebuch hat gemeinsam mit Luce (hier geht’s zu seinem Youtube-Kanal) seit kurzem einen Podcast mit dem Titel „Level Up! Der Podcast für Querdenker und Visionäre“ am Start. Folge 3 behandelt exakt diese Problematik. Ich empfehle dir, diese Folge unbedingt anzuhören. Hier sind die Links zum Podcast: iTunes, Podomatic.

Besonders gefällt mir die Unterteilung des Themenkomplexes in 3 Szenarien. Um dein Produkt den passenden Prüfungen hinsichtlich des Marktumfeldes zu unterstellen, unterscheidet Luce folgende Situationen:

  1. Markttiefe ist vorhanden. D.h es gibt nicht einen übermächtigen Verkäufer, sondern mehrere Anbieter, die in Summe viele Verkäufe erzielen. Hier kannst du dich mit wenig Aufwand einreihen.
  2. Das Konkurrenz Produkt ist extrem unteroptimiert. Du kannst bereits mit gutem SEO und wenigen Rezensionen gute Erfolge erzielen.
  3. Du kannst dich über eine Produktverbesserung deutlich von der Konkurrenz absetzen.

Das sind super Ansätze, die ich zukünftig sicher auch beherzigen werde.

Rechnen

Zuletzt kommt mein Lieblingsthema: Die Produktkalkulation.

Das ganze Spielchen der Produktfindung hat am Ende natürlich den Sinn, eine profitable Marge zu erwirtschaften. Die Marge errechnest du, indem du vom Verkaufspreis alle produktbezogenen Kosten abziehst. Was hier übrig bleibt, nennt man „Marge“. Am einfachsten kannst du diese Berechnung it meinem FBA Rechner in MS Excel durchführen.

Ich habe schon oft gelesen, dass es sinnvoll ist, kleine, leichte Produkte zu wählen. Auch Produkte, die stabil sind, leicht bedient werden können und keine Elektronik beinhalten, werden im Amazon FBA Umfeld häufig empfohlen. Ich denke, dass dies Kriterien sind, die du nicht einfach so pauschal anwenden darfst. Natürlich kosten schwere Produkte mehr Versandkosten und natürlich ist das Risiko von Retouren bei komplizierten Produkten höher. Das sind aber alles kalkulierbare Faktoren, die du in deine Berechnungen mit einfließen lassen kannst. Stimmt am Ende die Marge trotzdem noch, so ist doch alles in Ordnung, richtig?


Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren!

 

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3 Comments

  • Reply Philipp Vogel 3. September 2016 at 0:22

    First 🙂 klasse Artikel. Könntest du gerne auch noch etwas ausführen 🙂

  • Reply Oliver 5. Oktober 2017 at 13:16

    Tolle Tips gibst Du hier.

    Eine Frage hätte ich da mal, angenommen ich habe ein white lable Produkt nach meinen Wünschen umgestalten lassen, so dass es jetzt wirklich einzigartig geworden ist.. Dürfte ich darauf ein Patent anmelden?

    • Reply Daniel Wiegand 5. Oktober 2017 at 21:44

      Hi Oliver!
      Leider kann ich Dir das nicht beantworten. Alles was ich hier sage, wäre nur Spekulation. Und die hat bei so einem Thema nichts verloren. Ein Patentanwalt kann da auf jeden Fall helfen. Frag doch mal Rolf Claessen (https://www.facebook.com/rolfclaessen/)

      Beste Grüße,
      Daniel

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