Amazon FBA , Geschäftsentwicklung

FBA Monat 3 – So sollte es nicht laufen

Okt 17, 2016

Mein dritter Monat als aktiver FBA Seller ist zu fast zu Ende. Da ich gerade etwas Luft habe, nutze ich die Gelegenheit, um euch über die letzten 3 Wochen zu berichten.

Der dritte Monat war mein schlechtester Monat bisher. Das einzig Gute an der Situation ist, dass ich den Grund kenne, warum der Monat so mies lief:

Ich war out of stock!

Und das für ganze 2 Wochen! Das, was ich unbedingt vermeiden wollte ist eingetreten. Aber dazu weiter unten mehr. Ich will trotzdem wie gewohnt mit meinen Verkaufszahlen beginnen.

Mengenentwicklung

Die Woche 39 lief wie gewohnt gut. Mit 46 verkauften Einheiten war ich sehr zufrieden. Auch Woche 40 startete gut, allerdings endeten die Verkäufe abrupt, als mein Lagerbestand leer war. Ich hatte übrigens bewusst keinerlei Preisanpassungen vorgenommen, weder nach oben noch nach unten. Ich habe mir vorher darüber Gedanken gemacht und mich auch bei anderen erkundigt, wie sie solche Situationen handhaben. Die meisten waren sich einig, dass es am besten sei, einfach nichts zu machen. Amazon würde sich dann den Rang merken und das Produkt schnell wieder an die gleiche Position setzen, sobald wieder Ware verfügbar ist. Wir werden sehen….

Du siehst in meiner Tabelle auch, dass Woche 41 noch 4 weitere Sales notiert sind und auch eine negative Menge von -6 bei den Zugängen eingetragen ist. Die 4 Sales konnten stattfinden, da einige Rückläufer in dieser Woche eingetroffen sind, die auch direkt wieder verkauft wurden. Die -6 bei den Zugängen sind Produkte, die Amazon als „nicht verkaufsfähig“ bzw. „defekt“ eingestuft hat.

amazon fba mengenentwicklung

Leerlauf trotz guter Planung

Naja, ich dachte, ich habe gut geplant 😉

Was hat mich aber trotzdem in die doofe Lage gebracht?

Hier die Fakten:

Ich habe am 29. August bestellt und die Anzahlung geleistet. Am 28. September habe ich den Restbetrag gezahlt, da die Produktion abgeschlossen war. Aus den kommunizierten 20-25 Tagen Produktionszeit sind also 30 Tage geworden. Über meinen Sicherheitsbestand von 40 Stück hätte ich das aber gut abfangen können. Leider kam noch ein weiterer, nicht vorhergesehener Aspekt dazu: Der Nationalfeiertag in China. Dieser dauerte allerdings nicht nur einen Tag, sondern erstreckte sich über 7 Tage! Meine fertigen Pakete lagen deshalb eine geschlagene Woche bei FedEx in China und bewegten sich nicht. Die Reise von China nach Köln ging extrem schnell. In Köln angekommen, es war ein Freitag, lagen die Pakete aber wieder mehrere Tage. Dienstags abend habe ich dann beim Kundenservice angerufen, um nach dem Status zu fragen: Es fehlen noch die Importdokumente! What!!! Die habe ich doch schon vor einer Woche an euch gemailt…..

Nunja, Du siehst, da lief einiges schief. Letzten Donnerstag (13.10.) kam alles bei mir an. Die Qualität war gut, so dass ich die Pakete direkt an Amazon weiterleiten konnte. Heute (17.10.) hat mir Amazon auch alles sofort eingebucht.

Das habe ich gelernt

In Zukunft werde ich meinen Sicherheitsbestand auf zwei Wochen erhöhen!

Außerdem habe ich mir den Kalender mit den Chinesischen Feiertagen ausgedruckt. Für 2016 kommen übriges keine mehr.

Was die Importdokumente angeht, werde ich zukünftig auch vorher telefonisch klären, ob alles beim Spediteur hinterlegt ist oder nicht, statt mich blind darauf zu verlassen.

Für drei der großen Dienstleister findest Du die Vertretungsvollmachten mit den folgenden Links:

DHL, FedEx, UPS

Zuletzt habe ich auch gelernt in ungemütlichen Situationen ruhig zu bleiben. Sich über nicht beeinflussbare Situationen aufzuregen bringt ja doch nichts.


All meine Auswertungen mache ich mit meinem selbst entwickelten Excel Tool AMZ Seller Toolbox. Du kannst es hier gratis herunter laden:

AMZ Seller Toolbox


Umsatzentwicklung

Die Folgen von einem leeren Lager haben mich natürlich auch bei meinem Umsatz getroffen. Logisch, keine Verkäufe, keine Umsätze. Ich hoffe, dass sich die Zahlen nun wieder erholen. Da mit meiner Lieferung auch mein zweites Produkt ankam, rechne ich mit Umsätzen von ca. 1.200 EUR wöchentlich. Auch hier bleibt es spannend. Ich werde im nächsten Monat dazu berichten.

amazon FBA sales

Die Frage, die sich mir stellt ist:

Kann sich mein Produkt schnell erholen oder muss ich die verlorenen Marktanteile erst wieder teuer zurück gewinnen, z.B. durch Gutscheinaktionen und Rabatte etc?

Liquidität und Gewinn

Und auch in den Ergebniszahlen sind die fehlenden Verkäufe deutlich sichtbar. Zwar nicht im Deckungsbeitrag, aber in den Fixkosten. Denn diese laufen selbstverständlich weiter. (Deswegen sind es ja Fixkosten) Deutlich gestiegen sind diesmal die „Allgemeinen Amazonkosten“. Hierin verbergen sich die Kosten der PPC Kampagnen, die sich im Laufe der vorherigen Wochen zu fast 200 EUR angesammelt hatten.

amazon fba pl

Seitens der Liquidität hat sich das fehlende Einkommen darin bemerkbar gemacht, dass mein Konto zwei Wochen länger als geplant negativ war. Es war kein hoher Betrag und deshalb leicht verkraftbar.

amazon fba cash

 

Wie es weiter geht

Wie weiter oben schon erwähnt, sind meine Produkte nun eingetroffen. D.h. 500 Stück meines ersten Produktes und ebenso 500 Stück des zweiten. Ich muss nun zusehen, dass ich die Verkäufe so schnell wie möglich wieder ankurble, um bis zur heißen Phase des 4. Quartals wieder einen ordentlichen Verkaufsrang zu haben.

Markenregistrierung

Da ich mir mittlerweile sehr sicher bin, dass mein Produkt und die Marke im Hintergrund eine Zukunft haben werden, habe ich heute auch die Marke registriert. Das sind wieder recht hohe Kosten, aber eine notwendige Investition.


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10 Comments

  • Reply Christina 18. Oktober 2016 at 7:57

    Für mich ist es viel schöner, von „echten Menschen“ mit ganz normalen Problemen zu lesen, als die ewigen Erfolgs-Stories, bei denen alles glatt läuft 🙂 Hauptsache ist doch, dass wir im Prozess ganz viel lernen und uns nicht unterkriegen lassen! Ich bin auch schon viel ruhiger geworden 😀 Alles Gute weiterhin und viel Erfolg!

    • Reply Daniel Wiegand 18. Oktober 2016 at 8:52

      Hi Christina,
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass es realistisch ist, dass immer alles glatt läuft. Mit dieser Erwartungshaltung bin ich aber auch gar nicht ins Rennen gegangen.
      Fehler sind zum Lernen da. Jeder der das nicht vestanden hat, sollte schnellstmöglich mal darüber nachdenken.
      Ich habe selbst schon so viel aus er FBA Community mitnehmen können, dass ich meine Fehler gerne hier mit euch teile!
      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Phil 18. Oktober 2016 at 9:33

    Hey Daniel,

    was hat es denn mit den Importdokumenten auf sich? Beziehst du dich da auf die Importanmeldung beim Zoll? Wusste gar nicht, dass man diese per Email an den Dienstleister schicken kann. Per Post an den Zoll scheint mir doch sehr umständlich.
    Ich warte gerade auf meine erste Lieferung aus China und mir wurde von UPS gesagt, ich brauche nichts machen, wird direkt an die Türschwelle geliefert.

    Beste Grüße
    Phil

    • Reply Daniel Wiegand 18. Oktober 2016 at 9:53

      Hi Phil,
      Ich meine damit die Vollmacht, die es dem Spediteur erlaubt deine Waren zu verzollen. Für UPS findest Du sie hier: https://www.ups.com/media/de/powerofattorney_final.pdf
      Am einfachsten wäre es aber, wenn Du ein Kudenkonto beim Spediteur anlegst und dort generell die Verzollung erlaubst.

      Ich nehme die Links von UPS, FedEx und DHL mal hier in Post rein.

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Martin 19. Oktober 2016 at 7:34

    Hi,

    schöner Blog! Eine Frage dazu: Wie extrahierst Du denn Wochengenau, wie viel Rückläufer du hast?

    Beste Grüße
    Martin

    • Reply Daniel Wiegand 19. Oktober 2016 at 9:00

      Hi Martin, Danke für Deine Anmwerkung!
      Ich nehme die Infos aus einem Amazon Bericht. Du findest ihn in der sellercentral unter „Berichte“ –> „Versand durch Amazon“ –> „Warenrücksendungen“. Dort siehst du taggenau wann und warum Produkte zurück geschickt wurden.

      Beste Grüße,
      Daniel

      • Reply Martin 19. Oktober 2016 at 9:19

        Danke für deine Antwort! Ok, das mache ich auch so. Was ich daran noch nicht ganz perfekt finde: Man trägt dann ja die Rücksendungen ein, wenn sie zurückgeschickt werden. Das geht dann zur LAsten der aktuellen Woche, obwohl die eigentlich Bestellung vielleicht schon viel früher war und somit zu Lasten einer anderen Woche gehen müsste.

        Ich habe dazu noch eine Frage, verschiebe dass aber lieber auf die Facebookgruppe 🙂

  • Reply Matthias 19. Oktober 2016 at 8:47

    Hey Daniel,
    super cooler Blog von Dir und freue mich auf jeden weiteren Artikel von Dir. Ich beobachte seit einem halben Jahr Amazon FBA etc., allerdings konnte ich mich noch nicht dazu bringen selbst mal anzufangen. Allerdings muss ich erst mal noch ein paar offene Steuererklärungen der letzten Jahre machen bevor ich dann ein Gewerbe anmelden.

    Bei mir beginnt es schon Kleinunternehmerregel oder gleich als Einzelunternehmen oder die Kleinunternehmerregel usw.

    Bzgl. deinem Tool. In deinem Artikel hier erwähnst du, dass dein Tool umsonst ist, aber es gibt doch nur die Testversion für 7 Tage? Oder habe ich etwas übersehen?

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg
    Matthias

    • Reply Daniel Wiegand 19. Oktober 2016 at 9:07

      Hi Matthias,
      Danke für Dein Feedback.
      Gerade die steuerlichen Themen sind nicht zu unterschätzen. Wenn Du Dir da nicht 100%ig sicher bist, empfehle ich Dir auf jeden Fall einen Experten mit einzubeziehen.

      Mein Tool, also die AMZ Seller Toolbox kannst Du gratis herunterladen. Aber gratis sind tatsächlich nur die ersten 7 Tage. Wenn Du es danach weiter verwenden möchtest, musst Du eine LIzenz erwerben.

      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Wie Du als FBA Händler von einer schnellen Online-Finanzierung profitierst 7. Juni 2019 at 20:20

    […] Warenfinanzierung. Als ich damals, am Anfang meiner FBA Zeit, out of stock war, hatte ich mich sehr geärgert. Ich habe daraus gelernt und die Vorteile einer passenden Fremdfinanzierung […]

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