Amazon FBA , Geschäftsentwicklung

Ein weiterer Monat als FBA Seller

Sep 18, 2016

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Vor rund einem Monat hatte ich über meinen Start als FBA Seller hier berichtet. Nun ist ein weiterer Monat vergangen und es wird Zeit für ein Update.

All meine Auswertungen mache ich mit meinem selbst entwickelten Excel Tool AMZ Seller Toolbox. Du kannst es hier gratis herunter laden:

 

AMZ Seller Toolbox

 

Mengenentwicklung

Während ich im ersten Monat durchschnittlich 37 Stück meines Produktes pro Woche verkaufen konnte, waren es im zweiten Monat 44 Stück. Das ist eine Steigerung von knapp 20%. Es hätte bestimmt noch deutlich mehr sein können, jedoch habe ich im letzte Monat auch meinen Preis von 15,99€ auf 16,99€ erhöht, zwischenzeitlich sogar auf 17,99€.

mengenentwicklung_201609

Wie Du hier außerdem erkennen kannst, musste ich meinen Bestand auffüllen. Da ich noch 160 Einheiten zuhause hatte, war das kurzfristig möglich. In Woche 35 musste ich die zweite Bestellung in China platzieren, aber dazu noch mehr.

Das Dilemma des Nachbestellens

Mit Hilfe des Bestellbestandrechner aus der Toolbox habe ich ermittelt, dass ich bei einem Bestand von 240 Stück nachbestellen muss, um nicht leer zu laufen.

bestellbestand240

Genauso habe ich das auch gemacht. Pünktlich in KW35 habe ich wieder Kontakt mit meinem Ansprechpartner in China aufgenommen und meine Nachbestellung geordert. Außerdem habe ich eine zweite Variante meines Produktes entworfen und gleich mitbestellt. Insgesamt erhalte ich nun die doppelte Menge an Produkten als noch bei meiner allerersten Bestellung.

Was war jetzt das Dilemma? Wenn Du Empänger meines Newsletters bist, weißt Du bereits, dass ich durch das Nutzen eines neuen Titelbildes Umsatzsteigerungen von über 50% erreicht habe. Das will ich Dir heute auch beweisen, indem Du im Folgenden zwei Vergleichszeiträume meiner Sales sehen kannst. Der erste sind 11 Tage mit dem alten Bild, der zweite sind entsprechend 11 Tage mit neuem Bild:

sales1

sales2

Als ich nun meinen Bestellbestand berechnet habe, ging ich von den schlechteren Zahlen aus. D.h. ich hatte alles so berechnet, dass meine Ware pünktlich dann eintrifft, wenn mein Sicherheitsbestand von 40 erreicht wird. Durch die plötzliche Verkaufssteigerung würde meine Berechnung aber nicht mehr aufgehen und es war absehbar, dass ich für einige Tage ohne Bestand sein werde. Dies wollte ich auf jeden Fall vermeiden um nicht meinen Salesrank zu verlieren. Seither bremse ich meine Verkäufe, indem ich den Preis immer mal wieder etwas erhöhe. Ich hoffe, dass am Ende alles gut ausgeht und die Lieferung pünktlich eintrifft.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich einen Sicherheitsbestand mit eingerechnet hatte!

Umsatzentwicklung

Entsprechend der Verkaufszahlen hat sich auch mein Umsatz entwickelt. Interessant finde ich, dass es immer auf und ab geht. Eine sinnvolle Erklärung fehlt mir dazu leider noch. Entscheidend ist, dass es insgesamt nach oben geht!

vol_salesAlle Umsätze werden nur innerhalb von Amazon generiert. Ich schalte PPC Anzeigen, aber leite keinen externen Traffic gezielt auf mein Angebot. Die Verkäufe, die von den gesponserten Anzeigen kommen, haben übrigens einen Anteil von rund 25%, der Rest ist organisch. Meine wöchentlichen PPC Kosten liegen bei etwa 40 Euro.

Gewinn

Die Erklärung, was DB1 ist und wie ich den Gewinn definiere, wiederhole ich hier nicht. In Teil 1 dieser Serie habe ich das schon erklärt. Bitte lies das im Zweifel dort nach.

Seit dieser Woche bewege ich mich in der Gewinnzone. D.h. abzüglich aller Kosten, die ich bisher hatte, habe ich Gewinn erzielt. Die teuren GS1-Gebühren und mein Launch sind also auch bezahlt!

pl

Der DB1 liegt absolut bei 1.811, 78€. Auf das einzelne Produkt gerechnet sind das 5,06€ und somit weniger als im ersten Monat. Die Ursache ist hier der Launch, bei dem ich Produkte teilweise zu einem deutlich höheren Preis verkauft habe.

Liquidität

Das schöne und praktische an der AMZ Seller Toolbox ist die Funktion, eine Planung der zukünftigen Ereignisse zu erfassen. Denn alles wirkt sich letztlich auf Deinen Kontostand aus. Um immer zahlungsfähig zu bleiben, solltest Du also rechtzeitg sehen, wo evtl Engpässe entstehen könnten.

Da ich mein Portfolio mit meiner zweiten Bestellung gleich vergrößert habe, hatte ich das zuvor simuliert, und gemerkt, dass ich die komplette Bestellung nicht allein aus dem Cashflow finanzieren kann. Da ich es aber wusste, konnte ich mich rechtzeitig nach Möglichkeiten umsehen.

cash

Bei mir gilt es nur, 800 Euro zu überbrücken, von daher war es kein größeres Problem.

Wie es weiter geht

Den Plan für die weiteren Monate habe ich mittlerweile auch noch einmal verfeinert. Im Schaubild siehst Du, wie sich mein Saldo entwickeln wird, wenn ich mein Produktportfolio nicht noch weiter vergrößere. Tatsächlich ist aber schon Produkt 3 in Planung.

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9 Comments

  • Reply Johannes Ungerer 18. September 2016 at 9:17

    Glückwunsch zum ROI! Krass, dass du schon mit dem dritten Produkt planst, ich komme schon bei zwei Produkten nicht mit dem Cashflow zurecht.
    Halt uns auf dem Laufenden.
    Hannes

  • Reply Carl Otto 18. September 2016 at 10:45

    Hallo Daniel,

    schön, dass Du uns an Deinem Werdegang teilhaben lässt und Dein Tool eine gute Transparenz bietet.
    Deine Erklärung zum geringeren Db1 erscheint mir jedoch sachlich falsch. Es wurde geringer, weil Du zum Launch des neuen Artikels Produkte billiger verkauft hast ( und nicht teurer).
    Was Du für Dich eigentlich schon ganz gut erkannt hast, ist das Sprunghafte bei Amazon.
    Ein Grund liegt statistisch gesehen sicherlich in der temporären Nachfrageverteilung, wo Wetter, Fernsehprogramm und ähnliche Faktoren eine Rolle spielen.
    Es wäre m. E. auch naiv, die Jahresverteilung als linear anzusehen.
    Somit sind wir bei einem echten Amazon-Knackpunkt!
    Die unglaubliche Dynamik dieses Marktes.
    Du hast festgestellt, dass eine verbesserte Präsentation (gute Fotos) zu einer signifikanten Verkaufserhöhung führen kann. Wenn wir mal davon ausgehen, dass sich die allgemeine Nachfrage nach Deinem Produkt nicht geändert hat, dann verkauf somit ein anderer Marktteilnehmer weniger als bisher. Du musstest ( konntest) die Preise rauf setzen.
    Was bedeutet es für Deinen Mitbewerber auf Amazon?
    Er muss entweder in der Präsentation nachbessern oder die Preise senken, damit er seine geplanten Umsätze generieren kann.
    Ich wage mal eine Prognose:
    Das dynamische Repricing wird bei Amazon in den nächsten 24 Monaten extrem zunehmen, zumal Amazon nun schon ein entsprechendes Programm selbst (gratis?) anbietet.
    Was möchte Amazon damit erreichen?
    Preiskämpfe bis zur Schmerzgrenze!!!
    Welche Konsequenzen das hat?
    Das sollte jeder selbst überlegen.

    Hinweis:
    Eine Kennziffer für Amazonhändler fände ich noch ganz hilfreich zur Erfolgsmessung.
    Die Bedeutung des Cash Flow hast Du ja schon an einigen Stellen erwähnt.
    Ich vertrete sogar die Ansicht, dass man eine Cash Flow-Reserve in seiner Kalkulation benötigt, um unvorher gesehene Dinge finanziell stemmen zu können.(Anwaltskosten, Abmahnung etc.)

    Mir sind da noch ein paar Überlegungen gekommen, wie auch die durchschnittliche Kapitalbindung in seine betriebswirtschaftliche Betrachtung mit einbeziehen müsste, aber da heute Sonntag ist, fällt mir das formulieren schwer.
    Zudem nutze ich Dein Tool nicht, so dass ich im Detail keine Ahnung habe und hier nur allgemeine Gesichtspunkte erwähne.
    Weithin viel Erfolg.

    • Reply Daniel Wiegand 18. September 2016 at 11:04

      Hi!
      Danke für Dein, wie immer sehr ausführliches, Feedback!
      Der Ursache für den sinkenden spezifischen DB1 muss ich nochmal nachgehen. Ich hatte eigentlich auch damit gerechnet, dass er steigen müsste, da ich anfangs Produkte an Rezensenten abgegeben habe. Ein paar habe ich aber auch für 19,95 EUR verkauft…

      Da Du es immer wieder erwähnst, werde ich mir auch mal Gedanken zu dem automatischen repricing machen. Allerdings sehe ich hier bisher bei private label Produkten mit eindeutigem Differenzierungsmerkmal keine große Gefahr. Bei identischen Produkten, die von vielen angeboten werden, wird das keine schöne Sache, das stimmt.

      Wenn Du weitere Gedanken hast, gerne her damit 😉

      Schönen Sonntag!
      Grüße,
      Daniel

  • Reply Freya 19. September 2016 at 10:16

    HI, sehr guter und lesenswerter Artikel. Ich starte gerade mit meiner ersten Order, habe endlich ein Produkt gefunden mit dem ich es versuchen will. Ich wusste vorher meine Branche, aber kein Produkt. Also bin ich ganz unkonventionell auf eine internationale Ausstellermesse meiner gewünschten Branche gegangen und habe mir die Neuheiten reingezogen. Dann im Anschluss eine Liste gemacht mit allen potentiellen produkten, diese neutral mit Punkten bewertet (Größe, Potential, Preis, MOQ, etc.) und den „Testsieger“ nehme ich jetzt. Ich bin gespannt 🙂
    Dir weiterhin viel Erfolg!

    • Reply Daniel Wiegand 19. September 2016 at 13:32

      Hi, dankeschön! Ich wünsche Dir auch viel Erfolg mit Deinem Testsieger. Auf eine Messe würde ich ja auch mal gerne gehen. Das ist bestimmt sehr spannend.
      Grüße,
      Daniel

  • Reply Michael 19. September 2016 at 16:29

    Hi,

    cooler Artikel und natürlich auch cooler Blog. Muss ich gleich mal in meinen Feedreader aufnehmen.

    Eine Frage zum Launch. Wo genau hast du denn die Gutscheincodes verteilt? Waren die begrenzt oder konnte jeder einen einlösen?

    Grüße

    • Reply Daniel Wiegand 20. September 2016 at 8:48

      Hallo Michael,
      Danke für Deinen Kommentar!
      Bei meinem Launch war das so: Ich habe in einer passenden Facebookgruppe fleißig Werbung für mein Produkt gemacht, noch bevor es verfügbar war. Allen, die sich vorab in meine E-Mail Liste eingetragen haben, hatte ich einen Gutscheincode über 10 EUR versprochen. Am Tag des Launches haben sie den dann auch erhalten. Technisch war es ein Code, den jeder nutzen konnte. Aber halt eingeschränkt auf eine ASIN und als EUR-Betrag (keine Prozente). Das hat gut funktioniert.
      Grüße,
      Daniel

  • Reply Nina 26. September 2016 at 16:15

    Hallo Daniel,

    Vielen Dank für deinen Ausführlichen Bericht und die Einblicke in dein Business! Es macht Spaß deine Reise zu verfolgen! Ich selbst bin gerade in der Planung für mein drittes Produkt und nutze seit einigen Wochen auch dein Excel Tool. Was soll ich sagen?! – bin echt dankbar für die Zeitersparnis und Übersicht!

    Mach weiter so & viel Erfolg!
    Grüße aus Berlin

    • Reply Daniel Wiegand 26. September 2016 at 16:48

      Hi Nina,
      Danke für die Blumen! Es freut mich riesig, wenn ich Dir Zeit und Arbeit sparen könnte.
      Ich wünsche Dir ebenfalls viel Erfolg!
      Beste Grüße,
      Daniel

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