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Neue FBA Gebühren ab Mitte 2017

Apr 7, 2017
FBA Gebühren
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Änderung der FBA Gebühren

Gestern hat mich und auch alle anderen FBA Verkäufer eine Nachricht von Amazon erreicht: Ab Mitte 2017 werden die Gebühren für den FBA (Fulfillment by Amazon) Service erhöht. Als Anbieter des FBA Rechners werde ich hier natürlich besonders hellhörig. Ich habe mir das einmal genauer angeschaut und analysiert, was sich denn nun im Detail ändert.

FBA Rechner

Im gratis FBA Rechner kannst Du alle Gebühren kinderleicht in Deine Produktkalkulation mit einrechnen. Wenn Du ihn bis jetzt noch nicht hast, lade ihn hier kostenlos herunter.

Alle Änderungen werde ich zeitnah in den FBA Rechner integrieren, damit Du Dich auch weiterhin auf die exakte Margenberechnung verlassen kannst.

Die Änderungen im Überblick

Hier bleibt alles wie es ist

An der generellen Struktur bzw. der Verrechnungslogik wird Amazon nichts ändern. Weiterhin werden sich die Gebühren wie folgt zusammensetzen:

  1. Kategorienabhängige Verkaufsprovisionen
  2. Versandgebühr (= FBA Gebühr)
  3. Lagergebühr

Was sich auch nicht ändern wird, sind die Produkttypen und Größenkategorien. D.h. es gibt weiterhin die Medien und Nicht-Medien Produkte, die entweder in verschiedenen Briefumschlägen oder im Standard-Paket versendet werden. Genauso bleiben die drei Übergrößen-Kategorien erhalten.

Das wird anders sein

Zeitlich gesehen wird es vier Termine geben, an denen Änderungen wirksam werden:

  1. 11. April 2017 –> Erhöhung der Gebühr für die NICHT-Teilnahme am „Programm Mitteleuropa“ von 0,25€ auf 0,50€
  2. 01. Juni 2017 –> Erhöhung der Versandgebühren der Nicht-Medien und Übergrößen Produkte und der Lagergebühren
  3. 01. August 2017 –> Erhöhung der Versandgebühren der Medien Produkte
  4. 23. Oktober 2017 –> Gebühr für Warenrücksendungen der Kategorien „Bekleidung“ und „Schuhe“

Erhöhung der Gebühr für die NICHT-Teilnahme am „Programm Mitteleuropa“

Diese Info wurde bereits Ende Februar 2017 kommuniziert. Alle Verkäufer, die ihre Kunden nur aus dem deutschen Lagerbestand bedienen zahlen derzeit noch 0,25€ pro versendetem Artikel. Dieser Betrag wird ab dem 11. April auf 0,50€ verdoppelt. Eine Teilnahme am „Programm Mitteleuropa“ bedeutet, dass Waren auch in Polen und Tschechien gelagert werden. Dies führt zu Änderungen bei der Umsatzsteuer und sollte vom steuerlich professionell verwaltet werden. Grob gerechnet lohnt sich das bei Verkaufsmengen über 500 Stück / Monat.

Erhöhung der Versandgebühren der Nicht-Medien und Übergrößen Produkte

Nicht-Medien Produkte

Für die meisten wird die Nicht-Medien Kategorie bei Amazon.de im nationalen Versand die wichtigste Kategorie sein.

Die günstigste Variante (kleiner Briefumschlag) liegt aktuell noch bei 1,60 Euro und wird ab Juni 2017 auf 1,63 Euro erhöht. Das entspricht also knapp 2%. Schaut dagegen aber z.B. auf die teuerste Kategorie (Standardpaket mit 12kg), so erhöht sich diese von 4,41 Euro auf 4,84 Euro. Dies entspricht dann fast 10% Steigerung.

Die Beträge sind also nicht gleichmäßig um einen bestimmten Prozentsatz erhöht worden. Die Preiserhöhungen fallen weitaus differenzierter aus. Am besten kannst Du das in Grafiken nachvollziehen. Im Folgenden habe ich deshalb verschiedene Kategorien unter die Lupe genommen:

grafik-fbgebuehren-DE-nichtmedien

grafik-fbgebuehren-GB-nichtmedien

grafik-fbgebuehren-FR_ES_IT-nichtmedien

Im Verkauf über Amazon.de und bei nationalem Versand steigen die Versandgebühren also besonders bei größeren Briefumschlägen und bei Paketen, die mehr als 5kg wiegen. Die Gebühren für leichte Briefe unter 250gr und Pakete unter 5kg werden nur moderat angepasst (0,5% – 4,7%)

Sehr viel teurer wird es bei Artikeln, die von Deutschland über das Europäische Versandnetzwerk (EFN) nach Großbritannien geschickt werden. Die Gebühren steigen hier alle durchschnittlich um etwa 24%. Amazon begründet die starken Erhöhungen durch deutliche Wechselkursänderungen (Euro – Britisches Pfund)

Ähnlich wie beim Verkauf über Amazon.de steigen die Gebühren bei der Nutzung des EFN für Frankreich, Spanien und Italien durchschnittlich um 4,7%. Dabei gibt es zwischen den Kategorien aber deutliche Unterschiede.

Übergröße

Im Bereich der Übergrößen im nationalen Versand bei Amazon.de steigen die Gebühren im Schnitt um 3,5%. An der Grafik ist zu erkennen, dass dabei die Steigerungsrate mit dem Gewicht und der Größe des Paketes zunimmt. Pakete kleiner 5kg werden nur um etwa 1,6% teurer. Pakete der Kategorie Übergröße zwischen 5 und 30kg werden etwa 4% teurer. Die größte Kategorie (große Übergröße) steigt um ca. 6% an.

Ein ähnliches Bild ist auch beim Versand über das EFN zu erkennen. Der deutliche Anstieg beim Versand nach UK zeichnet sich aber auch bei den Übergrößen ab.

Lagergebühren

Prozentual gesehen, sind auch die Erhöhungen der Lagergebühren enorm hoch. Grundsätzlich werden hier zwei verschiedene, saisonabhängige Gebühren unterschieden:

  1. Januar bis September
  2. Oktober bis November

Diese Gebühren steigen nun von 12,50 Euro auf 20,00 Euro (60%) und von 18,00 Euro auf 28,00 Euro (56%).

Für Verkäufer mit kleinen Produkten werden diese Änderungen eher weniger dramatisch ausfallen. Anders sieht es bei großen, schweren Produkten aus, die sowohl bei den Versandgebühren als auch bei den Lagergebühren deutliche Margeneinbußen erleben werden.

Erhöhung der Versandgebühren der Medien Produkte

Die größten „Verlierer“ der Preiserhöhungen werden die Medienprodukte sein. Diese Erhöhung erfolgt erst im August 2017.

Alle Gebühren der Medienprodukte werden dann an die der Nicht-Medien Produkte angeglichen. Als Begründung nennt Amazon den Umstand, dass der Aufwand für die Versendung der Medienprodukte identisch ist mit dem des Versendens der Nicht-Medien Produkte.

Das kann ich soweit nachvollziehen und frage mich, warum das überhaupt unterschiedlich gehandhabt wurde. Trotzdem: Der Anstieg bei diesem Produkttyp ist enorm. Durchschnittlich steigen die Kosten um 25%. Gerade bei leichten Paketen, die vermutlich typisch für den Medienversand sind, steigen die Gebühren aber um fast 50%. Auch hier kannst Du die Änderungen am besten in den folgenden Grafiken nachvollziehen:

Gebühr für Warenrücksendungen der Kategorien „Bekleidung“ und „Schuhe“

Warenrücksendungen werden bisher mit einer Gebühr von 3% des Verkaufspreises berechnet. In den Kategorien Bekleidung und Schuhe wird es eine Änderung geben, die die Rücksendungen der betroffenen Artikel recht teuer macht.

Amazon schreibt hierzu Folgendes:

„Ab dem 23. Oktober 2017 müssen Verkäufer eine Bearbeitungsgebühr für Warenrücksendungen für jedes von Kunden zurückgesendete Produkt aus den Kategorien „Bekleidung“ und „Schuhe“ zahlen, für die Amazon die kostenlose Rücksendung anbietet. Diese Gebühr entspricht den Versandgebühren für eine einzeln versendete Einheit. Diese Gebühren gelten sowohl für Einheiten, die aus lokalem Lagerbestand versendet werden, als auch für Einheiten, die über das Europäische Versandnetzwerk (EFN) innerhalb von Europa versendet werden. Die Bearbeitungsgebühr für Rücksendungen wird nicht berechnet, wenn der Grund für die Rücksendung ein Grund ist, für den Amazon entsprechend der „Versand durch Amazon“-Richtlinie zur Erstattung verlorener oder beschädigter Einheiten die Verantwortung übernimmt.

Darüber hinaus wird für Produkte, die (ggf.) für den kostenlosen Versand qualifiziert waren, eine Bearbeitungsgebühr für Warenrücksendungen berechnet.“

Ich interpretiere das so, dass zusätzlich zu den 3% noch die Versandgebühr für den Rückversand in Rechnung gestellt wird. Sobald ich hierzu genauere Infos habe, werde ich das in dieser Stelle ergänzen.

Fazit

Es war klar, dass eine Anpassung der Gebühren irgendwann kommen wird. Leider bin ich noch nicht so lange in diesem Business, dass ich bereits eine andere große Preisanpassung miterlebt habe. Ich kann deshalb nicht beurteilen, in welchen Abständen dies in der Regel erfolgt.

Idealerweise kannst Du die Erhöhung der Kosten an Deine Kunden weitergeben. Ob das in der Realität funktioniert?

FBA Rechner

Alle Änderungen werde ich zeitnah im FBA Rechner integrieren, damit Du auf der Kalkulationsseite immer mit aktuellen Werten arbeiten kannst. Ab kommender Woche wird der Rechner in einer Premium Version erhältlich sein, die noch mehr Features enthält, die Dir bei Deiner Gewinnermittlung helfen. Wenn es noch nicht geschehen ist, trage Dich jetzt in die Earlybirdliste ein, um ein Spezialangebot zu erhalten und um unter den ersten zu sein, die Zugriff bekommen.


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4 Comments

  • Reply Matthias 8. April 2017 at 9:48

    Vielen Dank für die wirklich toll herausgearbeiteten Informationen. Ich freue mich immer wieder hier zu lesen, was so passiert im Amazon FBA Business. Viele Grüße Matthias

    • Reply Daniel Wiegand 8. April 2017 at 20:10

      Hallo Matthias!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Das ist einfach voll mein Ding, Zahlen zu analysieren

  • Reply Zinskraft 23. April 2017 at 23:36

    Hallo Daniel,

    gefällt mir sehr gut, wie du immer alles statistisch aufbereitest. Finde außerdem auch deine Newsletter immer sehr interessant.

    Ich persönlich befasse mich erst seit Januar mit Amazon FBA. Voraussichtlich wird mein erstes Produkt im Juni am Start sein. Es ist fertig produziert und wird bald verschifft.
    Bin relativ aufgeregt, auch weil es ein recht schweres und hochpreisigeres Produkt ist und auf den FBA Blogs ja oftmals eher zu kleinen, leichten und weniger teuren Produkten geraten wird..

    Gerade jetzt erhöhen sich die Gebühren… Naja, meckern hilft nichts 🙂
    Mach weiter so mit der Seite hier, gefällt mir gut!

    • Reply Daniel Wiegand 24. April 2017 at 12:31

      Hallo Martin,

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Ich drück Dir die Daumen, dass Dein Produkt schnell und erfolgreich anläuft. Meiner Meinung nach ist das Feld, dass Du angehst, sehr interessant. Einach weil sich eben nicht jeder gleich an teurere Produkte heranwagt.
      Ich bin da auch am suchen, was gut in mein Sortiment passen würde..

      Beste Grüße,
      Daniel

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