Amazon FBA , Gebühren , Kalkulation

Neue Amazon-Gebühren für FBA-Verkäufer ab April 2018

Mrz 5, 2018
Amazon-gebühren

Neue Amazon-Gebühren im Überblick

Viele Anpassungen und eine neue Gebühr

Wie schon vor Kurzem in einem schnellen Beitrag angekündigt, hat Amazon vor, die Gebühren im Rahmen vom Fulfillment by Amazon Programm zu erhöhen. Es wird mehrere Änderungen geben, die schrittweise im Laufe des Jahres erfolgen. Vor allem wird sich dadurch die Schwelle verschieben, ab wann sich das PAN-EU Programm lohnt. Hierzu empfehle ich Dir direkt meinen PAN-EU Vergleichsrechner auszuprobieren:

>> PAN-EU Vergleichsrechner <<

Was im einzelnen passieren wird und was das konkret bedeutet, erkläre ich Dir hier.

Bei folgenden Themen wird es Änderungen geben:

  • Versandkosten (ab 26.04.2018)
  • Lagerkosten und Versand zum Nulltarif (ab 26.04.2018)
  • Rücksendekosten (ab 05.09.2018)
  • Gebühr für manuelle Bearbeitung (ab 09.10.2018)
  • EFN / CE / PAN-EU

Versandkosten

Zusammenfassend kann man sagen, dass die lokalen Gebühren für Inlandstransporte nur moderat, im Schnitt ca. 1,5%, steigen. Alle EFN Lieferkosten dagegen steigen gewaltig an. Im Schnitt über 60%! Wer sich also bei der letzten Erhöhung über 30% Steigerungen bei EFN-Lieferungen nach UK geärgert hat, hat diesmal einen größeren Grund dazu! Vor allem die schweren EFN Pakete werden in Zukunft wirklich extrem teuer sein.

Die komplette Übersicht der neuen Preise findest Du auf den Hilfeseiten von Amazon SellerCentral.

Am besten kannst Du das in Grafiken sehen:

Übergrößen

Und bei den Übergrößen sieht es ganz ähnlich aus. D.h nur leichte Erhöhungen bei den Inlandstransporten, dafür gewaltige Steigerungen von durchschnittlich 60% bei den EFN Lieferungen.

Was bedeutet das für Dich als Verkäufer?

Wenn Du nur national, also in Deutschland aktiv bist oder nur sehr wenige Verkäufe in England, Spanien, Frankreich oder Spanien hast, dann kannst Du die Erhöhungen einfach als eine allgemeine Anpassung an steigende Kosten / Inflation ansehen. Wir reden hier dann über Kostensteigerungen von 1-3% bei den Standardpaketen und konstant 3% bei den Übergrößen.

Wenn Du aber schon nennenswerte Mengen in anderen europäischen Ländern verkaufst, dann wirst Du ab April mit gewaltigen Steigerungen der Amazon-Gebühren konfrontiert. Besonders heftig wird das, wenn Du Übergrößen oder Pakte über 1kg Gewicht ins Ausland verschickst. Du solltest in diesem Fall genau rechnen, ob es nicht Sinn für Dich macht, am Programm PAN-EU teilzunehmen. Ich erkläre dazu weiter unten noch etwas dazu und habe auch ein simples, aber geniales Tool erstellt, das Dir beim Rechnen hilft.

Lagerkosten und Versenden zum Nulltarif

30% Steigerung bei den Lagerkosten

Das grundsätzliche Model bleibt bei den Lagerkosten erhalten. D.h. es gibt zwei Tarife, je nach Saison. Gemessen am Platz, den Deine gelagerten Produkte verbrauchen, werden Deine Kosten berechnet. Beide Tarife werden ca. um 30% angehoben. Der Tarif von Januar bis September steigt von 20 EUR auf 26 EUR, der Tarif zwischen Oktober und Dezember steigt von 28 EUR auf 36 EUR an.

Kein Versand zum Nulltarif mehr

Der Versand zum Nulltarif für Produkte mit einem Verkaufspreis von größer 350 EUR / 300 GBP wird ab dem 26. April komplett eingestellt. Auch für diese Produkte gelten dann die normalen FBA-Gebühren, die nach Größe und Gewicht ermittelt werden.

Rücksendekosten

Über das Risiko der hohen Rücksendekosten hatte ich bereits ausführlich informiert. Bereits seit Ende 2017 verlangt Amazon eine zweite FBA Gebühr für alle Rücksendungen in den Kategorien „Bekleidung“, sowie „Schuhe & Handtaschen“. Diese Bearbeitungsgebühr wird ab dem 05. September 2018 auch für weitere Kategorien abgerechnet werden. Betroffen sind dann insgesamt folgende Kategorien:

  • Bekleidung
  • Schuhe & Handtaschen
  • Schmuck
  • Uhren
  • Koffer, Rucksäcke & Taschen

Bitte kalkuliere Deine Produkte deshalb erneut, wenn Du Verkäufer innerhalb dieser Kategorien bist. Je nachdem, wie hoch Deine Rücksendequote bisher ist, kann diese Änderung eine echte Gefahr für Deine Marge darstellen.

Gebühr für manuelle Bearbeitung

Scheinbar werden von Verkäufern viele Pakete an Amazon gesendet, bei denen die Info über deren Inhalt fehlt. Um hier entgegen zu wirken, erhebt Amazon eine entsprechende Bearbeitungsgebühr. Amazon schreibt dazu folgendes:

„Ab dem 9. Oktober 2018 wird eine Gebühr für manuelle Bearbeitung erhoben, wenn Verkäufer keine ausreichenden Informationen zum Kartoninhalt für jeden an ein Versandzentrum gesendeten Karton zur Verfügung stellen. Diese Gebühr wird erhoben, um zu gewährleisten, dass Sendungen schneller und genauer empfangen werden. Falls Sie keine Informationen zum Kartoninhalt angeben können oder möchten, wird eine Gebühr für manuelle Bearbeitung in Höhe von 0,06 GBP pro Einheit für Artikel, die an Versandzentren im Vereinigten Königreich gesendet werden, und 0,07 EUR für Artikel, die an Versandzentren in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen oder in der Tschechischen Republik gesendet werden, berechnet.“

Das ist in meinen Augen eine Gebühr, die Du Dir gerne und einfach sparen kannst. Gib bei der Sendungsvorbereitung an, um welche SKU es sich handelt, und die die Kartons gepackt sind.

EFN / CE / PAN EU

Sieh Dir die Infos zu PAN EU und dem Vergleichsrechner als Video an:

Wie bereits oben erklärt, werden vor allem Amazon-Gebühren für das Europäische Versandnetzwerk (EFN) erhöht. Wir sehen hier teilweise Verdopplungen der Preise. Ein Standardpaket bis 10kg nach Italien, Spanien oder nach Frankreich kostete bisher rund 6 EUR. Mit den neuen Gebühren bist Du nun bei 12 EUR. Um das zu verkraften, braucht Deine Marge enorm viel Spielraum! 

Es gibt aber trotzdem eine Möglichkeit, auch nach der Anpassung der Amazon-Gebühren im April zu wettbewerbsfähigen Preisen ins Ausland zu verkaufen: Mit PAN-EU!

Um weiterhin konkurrenzfähig in der EU Produkte anbieten zu können, führt meines Erachtens kein Weg am PAN-EU Programm vorbei!

Für mich war allerdings zunächst verwirrend, was es mit PAN-EU, CE und EFN überhaupt auf sich hat. Fall es Dir ebenso geht, hilft Dir die folgende Grafik sicher beim Verständnis:

Entworfen durch Freepik

Bei EFN (European Freight Network) nutzt Du also nur ein Lager, als Deutscher Verkäufer ist das dann auch in Deutschland. Für alle Transporte innerhalb von Deutschland zahlst du die lokalen Versandkosten. Für alle Transporte ins Ausland zahlst Du die EFN-Versandgebühren. Da Du nicht in CZ und PL lagerst, zahlst Du außerdem 50 Cent pro bestellter Einheit zusätzlich.

Bei EFN inkl. CE (Central Europe) ist das ähnlich, wie vorher beschrieben. Der Unterschied ist: Du lagerst auch in CZ und PL. Somit sparst Du Dir die 50 Cent pro bestellter Einheit an Amazon-Gebühren. Wichtig: Du brauchst für dieses Modell jeweils steuerliche Registrierungen und Umsatzsteuermeldungen in Polen und Tschechien.

Bei PAN-EU lagerst Du Deine Waren in allen 7 Europäischen Möglichkeiten von Amazon. Konkret sind das neben DE, CZ und PL noch Italien (IT), Spanien (ES), Vereinigtes Königreich (UK) und Frankreich (FR). Die Waren werden von Amazon nach Bedarf verteilt und lokal ausgeliefert. Somit zahlst Du auch nur die jeweils gültigen lokalen Amazon-Gebühren. Wichtig hier: Du hast für alle 7 Länder entsprechende steuerliche Pflichten zu erfüllen.

Achtung Fixkosten!

Sobald Du Dich dafür entscheidest, eines der Programme (CE oder PAN-EU) zu aktivieren, kommen evtl. einmalige und sicher monatliche Fixkosten auf Dich zu! Diese fallen für den Steuerberater an, der Dir für alle Länder, in denen Du dann aktiv bist, die steuerlichen Voraussetzungen schafft. Außerdem muss er dann zukünftig auch die Umsatzsteuer in den aktiven Ländern anmelden.

Für die monatlichen Kosten solltest Du mit monatlich ca. 100-150 Euro pro Land einkalkulieren. Das hört sich erstmal sehr viel an. Wenn Du aber viele Bestellungen hast, insbesondere ins Ausland, erreichst Du die Schwelle ziemlich schnell.

Vergleichsrechner

Ganz genau berechnen, kannst Du das mit meinem PAN-EU Vergleichsrechner:

Du kannst das Tool einfach herunterladen, indem Du auf diesen Link klickst:

>> PAN-EU Vergleichsrechner <<

Die Bedienung ist kinderleicht. Du musst Dir allerdings ein paar Infos beschaffen, nämlich die beschriebenen Fixkosten, die zur Abwicklung der steuerlichen Pflichten anfallen werden. Dies bekommst Du vom Steuerberater. Auch online gibt es Firmen, die sich darauf spezialisiert haben. Das ist z.b. fbahero*, Taxdoo oder Amavat.

Wenn Du die Kosten hast, aktualisiere ggf. noch den Wechselkurs EUR-GBP.

Zuletzt musst Du eingeben, wie viele Einheiten der verschiedenen Kategorien Du an welche Länder verkaufst. Wenn Du das erledigt hast, siehst Du sofort, welches Programm sich für Dich am ehesten lohnt! Einfach, oder?

Hier mal zwei Beispiele, bei denen auch schnell deutlich wird, dass sich PAN-EU sehr schnell lohnt, wenn Du Übergrößen oder Pakete über ca. 1.000g ins Ausland verschickst.

Beispiel 1

Das sind in etwa meine monatlichen Verkäufe. Ich befinde mich gerade an der Schwelle und werde auch mal Verbindung mit einem Steuerberater aufnehmen.

Beispiel 2

Zeigt, dass schon bei relativ wenigen Verkäufen – hier 190 – PAN-EU günstiger sein wird.


Noch eine Bitte

Wenn Dir der Vergleichsrechner gefällt, teile doch diesen Beitrag gerne, um auch anderen Verkäufern das Vergleichen einfacher zu machen. Außerdem würde mich interessieren, welches die günstigste Variante für Dich ist. Schreib es gerne in die Kommentare.

 

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7 Comments

  • Reply Iraklis 5. März 2018 at 13:32

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für deine Mühe!

    Grüße
    Iraklis

  • Reply Mike 12. März 2018 at 14:54

    Hey Daniel,
    meinen Recherchen zufolge musst du bei den Einmalkosten mit mindestens 1.000 Euro für PL/CZ und mind. 3.000 Euro für Pan-EU rechnen. Demzufolge hast du wohl noch etwas Luft nach oben 😉

    Ansonsten super Beitrag und der Kalkulator ist spitze 🙂

    • Reply Daniel Wiegand 12. März 2018 at 15:46

      Hi Mike,
      Ich habe bisher nur bei fbahero nachgefragt. Dort sind die Einmalgebühren definitiv mit in den monatlichen Kosten enthalten. D.h. es gibt de facto keine Einmalkosten. Einzige Ausnahme: Notargebühren, die in einzelnen Ländern wohl anfallen.
      Beste Grüße,
      Daniel

      • Reply Mike 12. März 2018 at 22:11

        Ich habe mich mit Duty Pay und Taxdoo beschäftigt, da bist du mit mind. 1.000€ Einrichtungskosten dabei (Umsatzsteuerregistrierung + Übersetzungspaket + ggf. Lieferschwellenverzicht). Wie FBA Hero diese notwendigen Leistungen kompensieren will, vermag ich nicht zu sagen. Es wäre womöglich ein Blogbeitrag wert 😉

  • Reply Martin 30. Juni 2018 at 11:57

    Ups, da fällt mir gerade auf, dass wir auch noch was anpassen müssen 🙂

  • Reply cloud 9. Oktober 2018 at 11:31

    Hi Daniel,

    vielen Dank für den supertollen Beitrag.
    Wie finde ich heraus wie viel in den verschiedenen Kategorien versendet wurde?

    Danke und Gruß
    Cloud

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