Amazon FBA , Geschäftsentwicklung , PPC , Produktlaunch

Hilfe! Mein Produkt funktioniert nicht richtig!

Sep 11, 2017
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Was ist passiert?

Der letzte Bericht zu meiner Geschäftsentwicklung ist nun schon wieder 3 Monate her. Was in diesem letzten Vierteljahr passiert ist, sowohl in meinem Amazon Business, als auch im Bereich Online Marketing, will ich Dir hier erklären.

Wie Du schon in der Überschrift lesen kannst, hab ich derzeit Probleme mit meinen neuen Produkten. Denn sie wollen einfach nicht so recht anlaufen. Wie ich das feststelle, analysiere und welche Gegenmaßnahmen ich einleiten werde, erfährst Du ebenfalls weiter unten.

Außerdem will ich Dir auch einen Ausblick darüber geben, wie es bei mir weitergehen wird.

Beginnen wir aber, wie gewohnt, mit den Zahlen.

Absatz und Umsatz

Hier habe ich in den letzten Monaten gewaltige Sprünge gemacht.

Von 240 Einheiten im Mai auf 300 Einheiten im Juni, 489 Einheiten im Juli und 417 Einheiten im August. Ein rasanter Absatzanstieg, der damit zusammenhängt, dass ich Ende Juni zwei neue Produkte gelauncht und ordentlich gepusht habe. Dadurch ist aber der Umsatz, nach Abzug von Rabatten, leider auch nicht so stark gewachsen wie eben der Absatz. Dies ist in der folgenden Grafik ganz gut zu erkennen. Bis Mai verliefen Absatz und Umsatz immer in etwa gleich. Seit Juni ist das nicht mehr so.

amazon fba Absatz Umsatz

Die Ursache dafür sind sehr viele rabattierte Verkäufe, die ich mit Hilfe von ShopDoc Deals an Tester ausgegeben habe. Meine Abzüge für Rabatte lagen zwischen Juni und August bei 2.600 Euro! Davon sind 1.400 Euro (entspricht ca. 120 Einheiten) den neuen Produkten zuzuordnen. Der Rest (ca. 85 Einheiten) ist den alten Produkten zuzuordnen, bei denen ich auch gleich die Anzahl der Rezensionen gesteigert hab‘. Meine Rezensionen haben sich dafür aber auch prächtig entwickelt:

rezensionen Amazon fba

Rezensionen der neuen Produkte (+27 | +25)

amazon fba rezensionen

Rezensionen der alten Produkte (+12 | +24)

Bei den neuen Produkten sind 52 Rezensionen seither entstanden. Bei 120 eingelösten Gutscheinen ist das eine Quote von 43%. Bei den alten Produkten sind bei 85 eingelösten Gutscheinen 36 neue Rezensionen hinzugekommen, also eine Quote von 42%.

Ich denke, das sind gute Quoten, die über den ShopDoc Service realisiert wurden. Als Nebeneffekt zu den neuen Rezensionen stiegen die Produkte auch immer im Ranking, wenn die Gutscheine eingelöst wurden. Da ich diese per Intervallschaltung aktiviert hatte, wurden nur etwa 1-2 Gutscheine pro Tag verteilt.

Marge

Wie Du Dir denken kannst, ist meine Marge wegen der vielen Rabatte auch etwas abgeschmiert. Bei meinen neuen Produkten habe ich im Juni sogar ein deutliches Minus gemacht. Hier hatte ich gleich zu Beginn des Launches viele Gutscheine auf einmal herausgegeben.

marge Amazon fba

Die Werte in der Grafik sind die netto DB1-Margen ohne Abzug von PPC Kosten. Wie ich im letzten Geschäftsbericht schon erklärt hatte, waren auch meine PPC Kosten sehr hoch in den vergangenen Monaten. Diese habe ich wieder etwas zurückgefahren. Allerdings kosten mich derzeit ein paar Experimente mit AMS (Amazon Marketing Services) ein paar Euro. Diese sind in der Grafik unten nicht enthalten.

Von viel zu teuren, fast 2,50 Euro, PPC Kosten pro verkaufter Einheit bin ich nun wieder auf einem Level von etwa 1 Euro angelangt.

amazon fba Werbekosten

Ich habe fleißig an meinen PPC Kampagnen optimiert und schlechte und teure Keywords gnadenlos gestrichen bzw. das Gebot auf einen mini Betrag gesetzt.

Da ich den Monaten sehr viel mit rabattierten Verkäufen gearbeitet habe, ist es schwer zu sagen, ob meine Sales durch das reduzierte Werbebudget beeinträchtigt wurden. Das wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn ich die rabattierten Verkäufe wieder abschalte und das Werbebudget auf dem aktuellen Level halte.

Fixkosten

Bei meinen Fixkosten gab es keine wirklichen Ausreißer. Neben einer Haftpflichtversicherung, Billbee, und Finanzierungskosten gibt es hier auch keine nennenswerte Blöcke.

Aber eine fette Gutschrift habe ich im August endlich erhalten. Falls Du schon länger Leser oder Abonnent meines Newsletters bist, hast Du im Dezember 2016 eine Mail von mir erhalten, in der ich erklärt habe, dass ich eine (4-stellige) Umsatzsteuer-Erstattung von Amazon erwarte. Nun, fast 9 Monate später, ist sie tatsächlich eingetroffen!

Kurz zum Hintergrund: Ich hatte in 2016 keine UST-ID in der SellerCentral hinterlegt. Dadurch wurden mir alle Gebühren inkl. UST berechnet. Ich wusste damals noch nichts vom Reverse-Charge-Verfahren und habe die UST deshalb doppelt gezahlt. Nach einer erklärenden Mail an Amazon wurde mir zugesagt, dass ich die UST wieder erstattet bekomme.

Highlights und Ausblick

Kommen wir nun zum deutlich spannenderem Teil 😉

Meine Problemkinder

Meine neuen Produkte haben schon sehr viel Geld verschlungen. Bisher verkaufen Sie sich vor allem deshalb, weil ich sie extrem mit Gutscheinen pushe. Ich werde das im September nun auslaufen lassen und beobachten, ob sie auch „alleine laufen können“. Nach Weihnachten will ich dann entscheiden, ob sie eine Zukunft im Sortiment haben oder nicht. Konkret werde ich dazu die Retourenquote im Auge behalten, die derzeit bei etwa 5% liegt. Und natürlich die Profitabilität genau analysieren.

Ein neues Produkt

Richtig. Es gibt schon wieder ein neues Produkt. Nachdem ich nun überzeugt davon bin, dass ich das ganze Prinzip gut verstanden habe und die Prozesse gut kenne, will ich mich an eine neue Produktkategorie wagen. Meine erste Produktlinie bzw. Marke war und ist sehr unkompliziert. Diesmal wird es etwas komplexer.

So brauche ich beispielsweise ein LFGB Zeichen (und den zugrundeliegenden Prüfbericht) auf meinem Produkt, da mein Produkt Kontakt mit Lebensmitteln hat. Das Thema Zertifikate war für mich komplettes Neuland und ich musste mich zunächst einarbeiten. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Bernd Glückert, ohne den ich lange nicht so konkret den richtigen Weg gefunden hätte!

Übrigens: Nein, es wird kein Salatbesteck 😉

Ich habe das Produkt über Amalyze recherchiert und verspreche mir große Absätze und Margen daraus. Wir werden sehen…

Ich freue mich, das neue Produkt bald zu launchen. Die Bestellung geht diese Woche raus!

Meine erste Bestellung über 10.000 Euro

Mein erstes Produkt läuft mittlerweile richtig gut. Leider laufe ich hier immer wieder in Engpässe was den Lagerbestand angeht. Das führte bisher immer dazu, dass ich Teile meiner Bestellungen per Luftfracht schicken lasse. Das ist natürlich sehr viel teurer als Seefracht.

Ich habe deshalb beschlossen, mit amacash zusammenzuarbeiten, die mir eine große Bestellung finanzieren, die diesmal eine Bestellsumme von etwas über 10T€ hat. Diese wird dann komplett per Schiff versendet und ich komme durch die große Menge in eine günstigere Preisstaffel bei meinem Produzenten.

Ich zahle dafür bei amacash 5% der Bestellsumme und einmalig eine Gebühr von 125€. Bei 10T€ sind das also 625€.

Dafür spare ich aber durch die günstigere Mengenstaffel $0,12 pro Einheit. Bei 3.300 Einheiten macht das 396€.

Hinzu kommt noch die Fracht. Per Schiff kostet mich diese $0,30 pro Einheit. Bei Luftfracht zahle ich deutlich mehr. Im Schnitt etwa $1,20 pro Einheit. Da sich das Verhältnis zwischen Luft- und Seefracht bei meinen bisherigen Bestellungen immer geändert hat, ist es schwierig hier exakt zu rechnen. Nehme ich aber an, dass ich normalerweise 20% der Bestellung per Flugzeug schicken lassen würde, wären das durchschnittliche Frachtkosten von $0,48, also Mehrkosten pro Einheit von ca. $0,18.

Bei 3.300 Einheiten macht das weitere $594 Ersparnis gegenüber meinem bisherigen Bestellverhalten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Unterm Strich, spare ich mit der Fremdfinanzierung  Geld!

Black Friday, Cyber Monday & Weihnachten

Das sind die nächsten drei „Termine“, die kein (Online-)Händler verpassen sollte. Das Anmeldefenster für die Black Friday / Cyber Monday Deals auf Amazon öffnet am 13.09.2017 und schließt am 16.10.2017 um Mitternacht. 

An Weihnachten ist bekanntlich auch die Hölle los auf Amazon. Die Anlieferzeiten für Deine FBA Lieferung ans Warenlager wird dadurch i.d.R. verlängert. Plane also lieber etwas früher schon voraus.

Mein Plan ist es, auch mindestens meine zwei „alten“ Produkte rechtzeitig vor Weihnachten auf dem UK-Marktplatz soweit etabliert zu haben, dass ich das Weihnachtsgeschäft mitnehmen kann. Auch hier arbeite ich übrigens wieder mit dem Launchservice von ShopDoc zusammen.


Danke

…Dass Du so weit gelesen hast!

Du bist nun wieder auf dem aktuellen Stand, was meine Amazon FBA Tätigkeiten angeht.

  • Wie geht es bei Dir voran?
  • Was interessiert Dich genauer?

Schreibe mir gerne in die Kommentare oder poste in der Facebookgruppe Deine Fragen!



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4 Comments

  • Reply Mario 12. September 2017 at 8:53

    Moin Daniel,

    ich probiere gerade die doppelte Steuer nachzuvollziehen, habe da aber scheinbar einen Denkfehler. Ich habe auf meinen Amazon Rechnungen für Fulfillment, PPC etc. ebenfalls eine ausgewiesene Mwst. Diese bekomme ich anschließend allerdings ja vom Finanzamt wieder erstattet. So dachte ich zumindest? Kannst du das Problem hier noch einmal erklären und vielleicht auch, wie ich sicher gehen kann, nicht ebenfalls zuviel zu zahlen? Danke dir!

    • Reply Daniel Wiegand 12. September 2017 at 9:15

      Hi Mario!
      Ich versuche es mal. Aber bitte denke daran, dass ich kein Steuerexperte bin. Hier also mein Verständis zu dem Thema:
      Amazon Services Europe S.a.r.L. ist ein im EU-Ausland (Luxemburg) ansässiges Unternehmen. Wir, als Seller, nehmen Services von Amazon in Anspruch, die umsatzsteuerlich unter das Reverse-Charge-Verfahren fallen. Das heißt, die Steuerschuld wird umgekehrt. Somit schuldet nicht Amazon die UST an die Luxemburgische Finanzbehörde, sondern wir an die Deutsche.
      So lange aber keine UST-ID bei Amazon hinterlegt ist, werden immer die Bruttobeträge (also inklusive UST) an Dich in Rechnung gestellt. Sobald Du eine UST-ID hinterlegst, wird Amazon Dir die Nettobeträge in Rechnung stellen. Die entsprechende UST musst Du dann an das Deutsche Finanzamt zahlen. Das ist sogar unabhängig davon, ob Du der Kleinunternehmerregelung unterliegst oder nicht. Der Unterschied hier ist aber der, dass Du Dir als Regelbesteuerter die UST wieder zurückholen kannst, und diese Kosten deshalb neutral sind.

      Und hier der Link, aus dem ich die Info gezogen hab:
      http://blog.taxdoo.com/reverse-charge/

      Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich erklärt?
      Beste Grüße,
      Daniel

  • Reply Martin 20. September 2017 at 11:37

    Hallo Daniel, wie immer auch jetzt wieder ein interessanter Artikel und danke für die Erwähnung unseres Services.

    Du hast da einen kleinen Denkfehler mit großer Wirkung 🙂

    Die Finanzierung mit Amacash bring dir ja nicht nur die Ersparnis mit solch einer Order durch größere Mengen / Schiffversand usw.- sie macht es bei einigen sogar erst überhaupt möglich, das gewünschte Produkt zu bestellen. Hört sich zumindest sehr spannend an und ist sicherlich für diejenige interessant, die ein attraktives Produkt haben bzw. hätten aber nicht die Finanzierung stemmen können.

    Die Konditionen dort hören sich wirklich fair an!

    • Reply Daniel Wiegand 22. September 2017 at 13:45

      Hi Martin,
      Ja, das stimmt bedingt…
      Als neuer Verkäufer ohne Verkaufshistorie würde amacash keinen Warenkredit vergeben.
      Du brauchst mindestens 3 Monate, in denen Du aktiv verkauft hast.
      Was aber natürlich geht, ist es, dass Du den Kredit dafür nutzt, ein bestehendes Produkt nachzubestellen. Dann brauchst Du nicht das Geld dafür zu verwenden, das Du damit eingekommen hast. Denn damit kannst Du dann ein neues Produkt launchen.

      So oder so, Ich denke, um schneller zu wachsen ist amacash eine sehr gute Option.

      Beste Grüße,
      Daniel

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